Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
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1999

28.05.1999 Erstes konstituierendes Treffen des Arbeitskreises
(51 Mitglieder)
. Interessen

%

. Anleitung zur wissenschaftlichen Zeichnung archäologischer Funde


21,5

. Teilnahme an Ausgrabungen

28,5

. Teilnahme an Geländebegehungen (Methodik und Durchführung)

36

. Auswertung von Ausgrabungen

37

. Bestimmungsübungen an Steinzeitfunden wie Keramikscheiben und Steinartefakten


39

. Regelmäßiger Informationsaustausch: aktuelle Forschungen in Niedersachsen


46

. Wohnort Hannover und Umgebung

50

. Unabhängig von einer persönlichen Mitwirkung an Informationsaustausch interessiert


96

. Begrüßung der Gründung eines Arbeitskreises ...STEINZEIT

96

 
25.06.1999 Arbeitstreffen: Einführung in die Merkmale geschlagener Steinartefakte 
(Dr. Stephan Veil)
 
26.07. -
13.08.1999
Grabung in Sievershausen bei Dassel
Zehn unserer Mitglieder nahmen an den Geländearbeiten auf dem mesolithischen Freilandfundplatz teil, nicht nur wegen der Sonnenfinsternis...

Infos zum Thema

 
10.09.1999 Arbeitstreffen: Vorstellung einer Sammlung mittelpaläolithischer Funde aus Kiesgruben nördlich von Hannover (Reiner Linnemüller/Prof. Berens von Rautenfeld)

Die Finder hatten dankenswerterweise eine repräsentative Auswahl ihres Fundmaterials mitgebracht. Herr Linnemüller referierte anschaulich über die Bergungsbedingungen in der Kiesgrube. Bei dem Fundmaterial, das bisher nur in Einzelstücken veröffentlicht ist, handelt es sich um mittelpaläolithische Artefakte, darunter gute Beispiele für Faustkeilblätter und auch Keilmesser neben der üblichen Präsenz der Levalloismethode. Wenngleich es sich um eine Sammlung von undatierten und letztlich Einzelfunden handelt, lässt sich doch vermuten, dass ein Großteil aufgrund der Parallelen zeitgleich mit Inventaren der Keilmessergruppen/Micoquien wie Lichtenberg, Salzgitter-Lebenstedt und Königsaue am Ascherslebener See sein dürfte.

 

06.11.1999 1. Jahrestagung des Arbeitskreises
im Vortragssaal des Landesmuseums Hannover mit 45 TeilnehmerInnen

Alf Metzler MA: Älteste Wege der Steinzeit - Untersuchungen an Moorwegen im Campemoor bei Damme
Klaus Breest: Spätglaziale Fundstellen im Landkreis Celle - Erkenntnisse, die aufgrund ehrenamtlicher Sammeltätigkeit gewonnen wurden.
Dr. Stephan Veil und Klaus Breest: Die Bernsteinfunde vom
Federmesserfundplatz Weitsche, Ldkr. Lüchow-Dannenberg
Rainer Brodowski: Bemerkungen zum neuen mesolithischen Fundplatz Soven 215/6, Landkreis Lüchow-Dannenberg, insbesondere zur dominierenden Dreiecksmikrolithik
Klaus Gehrken: Ergebnisse zu mesolithischen und spätpaläolithischen Ausgrabungen im Landkreis Rotenburg a. d. Wümme
Dr. Ingo Clausen: Späteiszeitliche Fundschichten der Hamburger Kultur und ihrer jüngeren Phase (Havelte Gruppe) in Überlagerung bei Ahrenshöft, Kr. Nordfriesland

 

03.12.1999 Arbeitstreffen: Traditionelle Techniken der wissenschaftlich-technischen Zeichnung von Steinartefakten (Dr. Stephan Veil)

Zwar gibt es keinen Standard, aber gewisse Prinzipien und Symbole werden heute doch mehrheitlich angewandt. Mit dieser Form von Dokumentation sollen die Bearbeitungsspuren mit Hilfe von festgelegten Symbolen dargestellt und interpretiert werden. Mit Fotos beispielsweise ist dieses Ziel kaum zu erreichen. Bei Steinartefakten, die durch Schlag oder Druck hergestellt worden sind, ist eine detaillierte Kenntnis ihrer Merkmale unerlässlich. Demgegenüber sind andere Bearbeitungsspuren, beispielsweise Schliff an Steinbeilen, leichter zu erkennen und zu verstehen.

Wenn erst einmal die Artefaktmerkmale geklärt sind, geht es prinzipiell darum, alle Grate und Kanten senkrecht auf den Zeichenkarton zu projizieren und zu übertragen. Das können die Begrenzungsgrate aller Negativflächen von Abschlägen oder die geschliffenen Facetten an Steinäxten sein. Kantenansichten sind senkrecht zur Aufsicht auszurichten und in DIN-Abfolge anzuordnen, d. h. die Seitenansicht direkt neben ihrer Kante in Aufsicht. Quer- und Längsschnitte können mit einem sog. Profilkamm abgenommen werden.

Für den visuellen Eindruck ist die Innenzeichnung wichtig: glasähnliche Gesteine wie Flint werden schraffiert, körnige Gesteine wie Quarzit gepunktet ausgefüllt. Eine Reihe gängiger Symbole sind in St. Veil (1988): Hinweise zum Zeichnen von Steinartefakten. - Die Kunde 39, S. 161-172.

Einige Teilnehmer nahmen das Angebot wahr, Originalklingen für eigene Zeichenversuche zu entleihen. Auf Wunsch können bei einem nächsten Treffen technische Hilfsmittel wie Scanner und Photokopierer für flache Steinartefakte, das Laserpunkt-Zeichengerät von Dolmazon und der Klein-Trigomat von Dr. Balck für hohe Steinartefakte vorgestellt werden.