| Arbeitstreffen:
Traditionelle Techniken der wissenschaftlich-technischen Zeichnung von
Steinartefakten (Dr. Stephan Veil)
Zwar gibt es keinen Standard, aber
gewisse Prinzipien und Symbole werden heute doch mehrheitlich angewandt.
Mit dieser Form von Dokumentation sollen die Bearbeitungsspuren mit
Hilfe von festgelegten Symbolen dargestellt und interpretiert werden.
Mit Fotos beispielsweise ist dieses Ziel kaum zu erreichen. Bei
Steinartefakten, die durch Schlag oder Druck hergestellt worden sind,
ist eine detaillierte Kenntnis ihrer Merkmale unerlässlich.
Demgegenüber sind andere Bearbeitungsspuren, beispielsweise Schliff an
Steinbeilen, leichter zu erkennen und zu verstehen.
Wenn erst einmal die Artefaktmerkmale
geklärt sind, geht es prinzipiell darum, alle Grate und Kanten senkrecht
auf den Zeichenkarton zu projizieren und zu übertragen. Das können die
Begrenzungsgrate aller Negativflächen von Abschlägen oder die
geschliffenen Facetten an Steinäxten sein. Kantenansichten sind
senkrecht zur Aufsicht auszurichten und in DIN-Abfolge anzuordnen, d. h.
die Seitenansicht direkt neben ihrer Kante in Aufsicht. Quer- und
Längsschnitte können mit einem sog. Profilkamm abgenommen werden.
Für den visuellen Eindruck ist die
Innenzeichnung wichtig: glasähnliche Gesteine wie Flint werden
schraffiert, körnige Gesteine wie Quarzit gepunktet ausgefüllt. Eine
Reihe gängiger Symbole sind in St. Veil (1988): Hinweise zum Zeichnen
von Steinartefakten. - Die Kunde 39, S. 161-172.
Einige Teilnehmer nahmen das Angebot
wahr, Originalklingen für eigene Zeichenversuche zu entleihen. Auf
Wunsch können bei einem nächsten Treffen technische Hilfsmittel wie
Scanner und Photokopierer für flache Steinartefakte, das
Laserpunkt-Zeichengerät von Dolmazon und der Klein-Trigomat von Dr.
Balck für hohe Steinartefakte vorgestellt werden.
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