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Protokoll
des Arbeitstreffens des
Arbeitskreises Steinzeit des Nds. Landesvereins für Urgeschichte am
08.03.2002 im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover
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Thema des Vortrags: |
Einmessung von Oberflächenfunden |
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Referent: |
Klaus Gerken |
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Beginn: |
17.00 Uhr s.t. |
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Teilnehmer: |
22 Angehörige des Arbeitskreises
Steinzeit |
Der Vorsitzende
des Arbeitskreises, Herr Dr. Veil, begrüßt die Teilnehmer und stellt
den Referenten vor. Weiterhin werden die Mitglieder gebeten, ihre
Daten im Mitgliederverzeichnis zu kontrollieren.
Der Referent legt zunächst die hohe wissenschaftliche Bedeutung der
exakten Einmessung von Oberflächenfunden dar. Nur durch die Einmessung
und Kartierung der Funde sei es möglich, innerhalb eines Fundplatzes
einzelne Fundstreuungen und Fundkonzentrationen festzustellen und aus
dieser Erkenntnis eine mögliche räumliche und zeitliche
Differenzierung zu folgern.
Dass eine räumlich- zeitliche Differenzierung auch bei teilweiser
Umlagerung der Funde (Pflug, Erosion, Bioturbationen) noch möglich
sein kann, verdeut-lichte der Referent an Hand eines ergrabenen
Fundplatzes bei Oldendorf. Hier waren an einem topographisch günstigen
Platz Funde des Mesolithikums bis Neolithikums aufgetreten, die
teilweise umgelagert waren, sich dennoch in verschiedenen Strukturen
räumlich und zeitlich differenzieren ließen.
Um eine problemarme und zeitlich günstige Einmessung zu erreichen,
empfahl der Referent zunächst in der Nähe der Fundfläche einen
permanenten Nullpunkt zu setzen, dessen Koordinaten im Gauß- Krüger
Koordinatensystem fixiert werden. Von diesem Punkt aus kann eine
Grundlinie mit Meßpflöcken gelegt werden, die in regelmäßigen
Abständen eingeschlagenen werden. Um die Koordinaten eines Fundes zu
bestimmen, werden nun die Strecken von den beiden am nächsten
liegenden Messpunkten der Grundlinie eingemessen. Insgesamt erfasst
man also folgende Datensätze tabellarisch:
a: Die Strecke vom nullpunktentfernten Messpflock zum Fundpunkt
b: Die Strecke zwischen den beiden Messpunkten
c: Die Strecke vom nullpunktnahen Messpflock zum Fundpunkt

Anhand dieser Daten lassen sich durch Anwendung Kosinussatzes die X
bzw. Y- Koordinaten wie folgt bestimmen:
X- Koordinate ( + Entfernung des Pflockes zum Nullpunkt) = c* cos a
Y- Koordinate = c* sin (ARCCOS(cos a))
Sind die Koordinaten
auf diese Weise ermittelt, so lassen sich die Funde punktweise oder
teilflächenweise kartieren. Durch diese Fundkartierung ist es nun
möglich, allgemeine Rückschlüsse hinsichtlich einzelner Fundräume
und Fundartenkonzentrationen ziehen. Naturwissenschaftliche Da und
Fundzusammenpassungen ergänzen dieses Bild hinsichtlich der Datierung
einzelner Fundkonzentrationen und ihrer räumlich-funktionalen
Einordnung. So lässt sich aus dem verstärkten Auftreten einzelner
Fundgattungen innerhalb einer Konzentration auf die Arten der dort
ausgeführten Tätigkeiten schließen ( z.B. Abschläge als Indikatoren
für einen Platz der Geräteherstellung). Das Zusammenpassen einzelner
Fundstücke aus zwei unterschiedlichen Konzentrationen zeigt weiterhin
auf, dass die ent-sprechenden Fundkonzentrationen gleichzeitig sein
müssen. Auf diese Weise wird deutlich, dass erst eine genaue Kartierung
es ermöglicht, über das einzelne Fundstück hinaus weitergehende
Aussagen über den Fundkontext zu treffen.
Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Herr Dr. Veil, dankt dem
Referenten und weist auf das nächste Treffen des Arbeitskreises am
14.06.2002 mit dem Thema „Eine Geweihmanufaktur aus dem Bereich der
Kiesgrube Union Koldingen? Zwischenbericht aus einem
Dissertationsprojekt“ hin. Des weiteren macht Herr Dr. Veil auf die
Möglichkeit einer Grabungsteilnahme auf einem sächsischen Gräberfeld
und den Volkshochschulkurs „Menschen, Opfer, Moore“ aufmerksam.
Das Arbeitstreffen endet gegen 18.40 Uhr.
Protokollant:
Johann Friedrich Tolksdorf
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