Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
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 Protokoll

 des Arbeitstreffens des Arbeitskreises Steinzeit des Nds. Landesvereins für Urgeschichte am 08.12.2000 im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover

Thema des Vortrags:
Welche Gesteine verwendete der Steinzeitmensch in Niedersachsen?
Einführung mit Beispielen

Referent Prof. Dr. K.-D. Meyer, Hannover
Beginn: 17.00 Uhr s.t.
Teilnehmer: 16 Angehörige des Arbeitskreises Steinzeit
.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Herr Dr. Veil, begrüßt die Teilnehmer und stellt den Referenten vor.

Herr Prof. Dr. Meyer erläutert, dass sowohl Festgestein als auch nordisches Geschiebematerial Eingang in das Werkzeuginventar des Steinzeitmenschen fand. Grundsätzlich gliedere sich das Gesteinsmaterial in drei Großgruppen:

  • kristalline Gesteine  ( Plutonite und Vulkanite )

  • metamorphe Gesteine

  • Sedimentärgesteine

Als Beispiel für Vulkanite diente folgendes Anschauungsmaterial:

  • Porphyr- wegen seiner Klüftigkeit eher selten zur Werkzeugherstellung verwendet

  • Basalt- ebenfalls eher ungeeignet

  • Diabase ( umgewandelte Basalte) – porphyre Diabase im Neolithikum oft als geschliffene Werkzeuge anzutreffen

Bei der zweiten Hauptgruppe, den metamorphen Gesteinen, handelt es sich um Gesteine, die durch mannigfaltige äußere Einflüsse chemisch verändert wurden.

Als Beispiele dieser Gruppe legte der Referent vor:

  • Quarzit ( umgewandelter Sandstein)

  • Gneise ( umgewandelte Granite) – Hartvarianten fanden Verwendung

  • Amphibolite ( umgewandelte Hornblende) – oft für Äxte oder Schuhleistenkeile verwendet

Die Sedimentgesteine - dritte Hauptgruppe - fanden durch folgende Beispiele Eingang in den Vortrag:

  • harte Sandsteine ( Quarzite)- aufgegliedert in roten iotnischen Sandstein  (Trockenmauerwerk im Neolithikum), Hardeberga- Sandstein (geschliffene Werkzeuge), Scalithen- Sandstein und Kalmarsund- Sandstein

  • weiche Sandsteine ( Verwendung als Reibmühlen)

  • Flinte – untergliedert in dunklen Maastricht- Flint und helleren, jüngeren Dan- Flint aus dem Tertiär sowie den Balswick- Flint als morphologische Mischform

Abschließend präsentierte Herr Prof. Dr. Meyer Bernsteinstücke und erläuterte, daß dieses „Gestein“ sich in Niedersachsen in elsterzeitlichen Schmelzwassersanden findet ( z.B. in der Weserniederung).

Der Vortrag endete um 18.15 Uhr.

Nach einer halbstündigen Pause setzte Herr Prof. Dr. Meyer seine  Ausführungen mit einem Diavortrag über Findlinge fort. Besonderes Augenmerk richtete er hierbei auf die prähistorisch und die historische Verwendung ( Landmarke, Kultstätte? , Baumaterial).

Ein besonderes Anliegen war es dem Referenten hierbei, auf die rezente Gefährdung dieser Naturdenkmale durch Baumaßnahmen und Rohstoffgewinnung einzugehen.

Nach einem Hinweis eines Teilnehmers auf die von Herrn Dr. Dirk Raetzel-Fabian gestaltete Website  - www.jungsteinsite.de - sprach Herr Dr. Veil dem Referenten seinen Dank aus und kündigte die nächste Veranstaltung - „Importierte Steinartefakte“ - für den 09.03.2001 an.

Das Arbeitstreffen endete gegen 19.30 Uhr.

Protokollant:
Johann Friedrich Tolksdorf