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Arbeitstreffen des Arbeitskreises Steinzeit des
Nds. Landesvereins für Urgeschichte am 18.02.2000 im Niedersächsischen
Landesmuseum Hannover
Dr. Pascale Richter, Hamburg
Aussagemöglichkeiten von Oberflächenfundplätze
Im Rahmen ihrer Dissertation
hat P. Richter archäologische Funde von Oberflächenfundplätzen im
Bereich des Flusses Ilmenau im Ldkr. Uelzen aufgenommen. Ziel war
u.a. die Prüfung der Frage, ob und wie weit Oberflächenfunde als
archäologisches Quellenmaterial aussagekräftig ist. Insgesamt
standen 191 Fundstellen mit mehr als zehn Artefakten - meist
Oberflächeninventare - zur Verfügung, etwa die Hälfte davon aus
Privatbesitz. Jedoch enthielten nur 82 Fundstellen - z.T. mehrfach
begangen - zeitlich und kulturell ansprechbare Typen und Formen
und kamen für eine weitere Untersuchung in Frage. Sechs Inventare
lassen sich dem Spätpaläolithikum zuordnen. Interessanterweise
fehlen ältere, insbesondere solche der Hamburger Kultur. 24 sind
mesolithisch, 72 neolithisch, davon gehören 22 zur
Trichterbecherkultur (mittelneolithisch) und 42 zu den
jungneolithischen Kulturen (Einzelgrabkultur und Dolchzeit).
Fundplätze des Mesolithikums (Waldjäger der
Nacheiszeit) liegen häufig in Gewässernähe, solche der ersten
Bauern (Trichterbecherkultur) meiden die unmittelbare
Gewässernähe. Die Oberflächenfundplätze erlauben die Aussage, dass
es auch lokale Beilproduktionsstätten im Neolithikum gegeben hat,
obgleich beiltypische Abfallprodukte rohstoffbedingt nur sehr
selten auftreten. Beile sind zumindest nicht ausschließlich als
Halb- oder Fertigprodukt aus dem Norden eingeführt worden.
Die Verbreitung der trichterbecherzeitlichen
Siedlungsplätze wurden im weiteren den Großsteingräbern und dem
neolithischen Erdwerk von Walmstorf gegenüber gestellt.
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