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Der Fund ist eine 10,2 cm lange
und 7,9 cm breite Platte aus dunkelbraunrotem Buntsandstein,
wie er wenige Kilometer südlich der Fundstelle im
Hildesheimer Wald ansteht. Ihre Stärke beginnt an der
Schmalseite 1 (vgl. Abb. 1) mit 1,7 cm und erreicht an der
gegenüberliegenden Seite (3) das größte Maß von 2,15 cm.
Während eine Längsseite (2) nahezu gradlinig verläuft, sind
alle übrigen Seiten unregelmäßig gekrümmt. Das Stück ist
allseitig gut geglättet, die Kanten sind gerundet
abgeschliffen. Lediglich die gebogene Längsseite (4) zeigt
im Mittelteil noch den rohen, unbearbeiteten Zustand. Die
völlig flache, gut geschliffene Unterseite weist einige
kleine rezente Beschädigungen auf. In die sauber geglättete
Oberfläche ist ohne schärferen Übergang eine ovalförmige,
flache Vertiefung eingeschliffen, durch die zwei sich
kreuzende, geradlinige, schwache Rillen verlaufen. Ähnliche,
nur leicht eingeritzte geradlinige Rillen, stets
gruppenweise angeordnet finden sich noch an den Seiten 1, 2
und 3; hier laufen sie über die abgerundete Kante hinweg bis
auf die Schmalseiten.
Das auffälligste an dem Stück
sind die drei gekrümmten Seitenflächen. Dicht
nebeneinanderliegend sind hier kleine, teilweise sich
überschneidende oder sich kreuzende Ringe eingeschliffen,
die nahezu alle den gleichen Durchmesser von 0.9 cm
besitzen, nur wenige wechseln zwischen 0,75 und 1,0 cm. Die
Ringe sind verschieden tief in den Stein eingeschliffen, und
zwar ist dies ähnlich einer Hohlbohrung erfolgt. Der Kern
ist als eine gleichmäßig abgerundete, kleine Kuppe
stehengeblieben; nur gelegentlich ist diese beschädigt oder
abgebrochen. Zwischen vollständig ausgearbeiteten Ringen
sind hier und da auch nur Ansatzstellen einer "Bohrung" in
Form kleiner, schwach eingetiefter Bögen erkennbar. Diese
kreisförmigen Rillen können wohl nur mit einem dünnwandigen,
scharfen, bzw. harten Hohlstab eingeschliffen worden sein,
denn verschiedentlich sind in den Kreisrillen schmale, feine
Gratbögen stehen geblieben, die darauf schließe lassen, daß
hier mehrmals zu einer Bohrung angesetzt worden ist.
Zweifelsohne handelt es
sich um einen Schleifstein mit mehrfachem Verwendungszweck.
Während die gut polierte Oberfläche wohl zum Glätten benutzt
wurde, dienten die Schmalseiten sicherlich dazu,
röhrenförmige Metallgegenstände an der Öffnung
anzuschleifen. Nun erhebt sich die Frage: Handelt es sich
überhaupt um ein urgeschichtliches Fundstück? Gegebenenfalls
wären damit interessante technische Hinweise gegeben. Wie
eingangs erwähnt, ist die Fundstelle durch neolithisches und
wahrscheinlich auch eisenzeitliches Material belegt. Es
wurde weiterhin darauf hingewiesen, daß die kreisförmigen
"Hohlbohrungen" allem Anschein nach mit einem
Metallgegenstand ausgeführt worden sind: Damit würde eine
jungsteinzeitliche Einordnung entfallen. Sind andernorts
bereits ähnliche Stücke beobachtet worden? Verfasser wäre
für Hinweise und Bekanntgabe von Vergleichsstücken dankbar.
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