DIE KUNDE - nostalgisch (?)

 

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Die Kunde Heft 1, 2, 3 - 1944

Ein elbgermanischer Fibelfund ...

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Darüber hinaus hat Matthes in seiner Arbeit über "Die nördlichen Elbgermanen in spätrömischer Zeit" (Mannusband Nr. 49, 1931) das Wesen, die Entwicklung und die Verbreitung des vorliegenden Fibeltypus eingehend behandelt (S. 28 ff.). Er unterscheidet bei dieser Fibelform solche mit breitem (Serie 1, Taf. 15) und solche mit schmalem Fuß (Serie 2, Taf. 16a). Unsere Fibel ist zu der 1. Serie zu rechnen; sie entspricht dem auf Tafel 15 unter c abgebildeten Vertreter von Rockenthin (Kr. Salzwedel). Die Verbreitung dieser Fibelform in Deutschland veranschaulicht Matthes auf der Karte 6 (S. 112); zu den von Almgren genannten Fundplätzen fügt er noch eine ganz Anzahl neuer hinzu und kommt zu dem Schluß, daß hier eine Form, die aus Böhmen stammt, durch die Elbgermanen nach dem Abschluß der Markomannenkriege weit hin nach Norden vermittelt wird. Zeitlich steht unsere Fibel auf der Wende von früh- zu spätrömischer Zeit, also um das beginnende 3. Jahrhundert.

Das erste Vorkommen dieser Fibelform im südlichen Elbmündungsgebiet ist an sich durchaus verständlich bei der Berücksichtigung des Elbhandelsweges und durch das Vorkommen der gleichen Fibelform im westlichen Ostseeküstengebiet. Bemerkenswert ist aber zweifellos das Vorkommen dieser Fibelform in einem Knochenlager, d. h. in einer Grabform, die während der früh- und spätrömischen Zeit an der Nordseeküste noch nicht beobachtet werden konnte. Die Bestattungsform der frührömischen Periode ist im chaukischen Siedlungsraume die sog. Brandgrube, die bis zu 80 cm tief den Rückstand des Scheiterhaufens und zumeist auch einen Aschenbehälter aufgenommen hat. Die Bestattungsform der Sachsen während der spätrömischen Zeit ist das sog. Urnengrab, erst im letzten Viertel des 4. Jahrhunderts beginnen am Galgenberg die sächsischen Körpergräber. Weder im chaukischen noch in sächsischen Gräbern wurde bisher diese Fibelform angetroffen, auch liegt die Fundstelle an einem Orte, der weder einen chaukischen noch einem sächsischen Friedhof vermuten lassen könnte.

Alle Anzeichen weisen darauf hin, daß die Knochenlagerbestattung in der Oxstedter Heide ein fremdes Element im südlichen Bereich der Elbmündung darstellt, das auf elbgermanischen Ursprung zurückzuführen ist.


 

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