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Darüber hinaus hat Matthes in seiner Arbeit
über "Die nördlichen Elbgermanen in spätrömischer Zeit" (Mannusband
Nr. 49, 1931) das Wesen, die Entwicklung und die Verbreitung
des vorliegenden Fibeltypus eingehend behandelt (S. 28 ff.).
Er unterscheidet bei dieser Fibelform solche mit breitem
(Serie 1, Taf. 15) und solche mit schmalem Fuß (Serie 2,
Taf. 16a). Unsere Fibel ist zu der 1. Serie zu rechnen; sie
entspricht dem auf Tafel 15 unter c abgebildeten Vertreter
von Rockenthin (Kr. Salzwedel). Die Verbreitung dieser
Fibelform in Deutschland veranschaulicht Matthes auf der
Karte 6 (S. 112); zu den von Almgren genannten Fundplätzen
fügt er noch eine ganz Anzahl neuer hinzu und kommt zu dem
Schluß, daß hier eine Form, die aus Böhmen stammt, durch die
Elbgermanen nach dem Abschluß der Markomannenkriege weit hin
nach Norden vermittelt wird. Zeitlich steht unsere Fibel auf
der Wende von früh- zu spätrömischer Zeit, also um das
beginnende 3. Jahrhundert.
Das erste Vorkommen dieser Fibelform im
südlichen Elbmündungsgebiet ist an sich durchaus
verständlich bei der Berücksichtigung des Elbhandelsweges
und durch das Vorkommen der gleichen Fibelform im westlichen
Ostseeküstengebiet. Bemerkenswert ist aber zweifellos das
Vorkommen dieser Fibelform in einem Knochenlager, d. h. in
einer Grabform, die während der früh- und spätrömischen Zeit
an der Nordseeküste noch nicht beobachtet werden konnte. Die
Bestattungsform der frührömischen Periode ist im chaukischen
Siedlungsraume die sog. Brandgrube, die bis zu 80 cm tief
den Rückstand des Scheiterhaufens und zumeist auch einen
Aschenbehälter aufgenommen hat. Die Bestattungsform der
Sachsen während der spätrömischen Zeit ist das sog.
Urnengrab, erst im letzten Viertel des 4. Jahrhunderts
beginnen am Galgenberg die sächsischen Körpergräber. Weder
im chaukischen noch in sächsischen Gräbern wurde bisher
diese Fibelform angetroffen, auch liegt die Fundstelle an
einem Orte, der weder einen chaukischen noch einem
sächsischen Friedhof vermuten lassen könnte.
Alle Anzeichen weisen darauf hin, daß die
Knochenlagerbestattung in der Oxstedter Heide ein fremdes
Element im südlichen Bereich der Elbmündung darstellt, das
auf elbgermanischen Ursprung zurückzuführen ist.
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