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Das Handwerk
Im Metallhandwerk übernahm die Eisenverarbeitung die führende
Rolle. Der Bronzegießer war aber noch nicht überflüssig, besonders
Schmuck und Trachtzubehör wurden jetzt aus Bronze gegossen (Nadeln,
Fibeln, Arm- und Halsringe). Wie seit Jahrtausenden wird die Keramik
handgeformt, nur im Süden im engeren Kontaktbereich mit den Kelten kennt
man auch auf der Scheibe sorgfältig gedrehte Gefäße.
Eisengewinnung und Eisenverarbeitung
Die frühesten einheimischen Eisenprodukte sind Tüllenbeile und
Halsringe aus Barsinghausen, Ldkr. Hannover, aus dem 6. Jahrhundert v.
Chr., sowie Gegenstände des Hortfundes von Stolzenau, Ldkr. Nienburg.
Eisenverhüttung, Eisenerzeugung und Eisenverarbeitung sind an vielen
Orten Niedersachsens in Form von Rennfeueröfen, Ausheizherden,
Schmiedeplätzen und Meilergruben nachgewiesen. Eisenschlacken als Spuren
der Eisengewinnung liegen fast aus jeder Siedlung vor. Die einzelnen
Siedlungsgemeinschaften deckten wohl ihren Bedarf an Eisen selbst. 3-5
Männer, so schätzt man, waren zur Bewältigung aller Arbeiten
erforderlich.
Rohstoffquelle war vor allem das Rasen- oder Sumpfeisenerz aus den
feuchten Niederungen. Im Boden lagerndes Eisen wird auch heute noch vom
Grundwasser gelöst und nahe der Oberfläche durch den Sauerstoff unter
Mitwirkung von Mikroorganismen ausgefällt und in Schichten bis zu 2 m
Mächtigkeit als Raseneisenerz abgesondert.
Zur Verhüttung benötigte man große Mengen Holzkohle. Versuche
zeigten, dass zur Gewinnung von 1 Kg Eisen ca. 30 Kg Holzkohle
erforderlich waren. Verhüttet wurde das Erz in kleinen Schachtöfen, die
ca. 1 m hoch waren (siehe Modell in der Ausstellung). Schmelzpunkt des Eisens ist 1539 °C; in diesen
Anlagen wurden aber nur ca. 1200 °C erreicht. Das Erz schmolz nicht,
sondern "zerrann" (daher die Bezeichnung
"Rennfeuerofen").
Nach Abschluss des "Rennverfahrens" wurde der Ofenmantel
zerschlagen, aus der eisenreichen Schlacke wurden die Eisenkügelchen
ausgelesen. Diese wurden in "Ausheizherden" erneut erhitzt und
dann so lange gehämmert, bis das schmiedbare Roheisen ausreichend
gereinigt war und zu Schmuck, Werkzeugen und Waffen weiterverarbeitet
werden konnte.
Handel und
Verkehr
In der Jastorf-Kultur ist fremder Einfluss selten, in der Nienburger
Gruppe gibt es Zeugnisse für rege Beziehungen zur süddeutschen
Hallstatt- und Latènekultur. In der Frühphase (also um 500 v. Chr.) sind
es besonders Bronzeblechgefäße aus dem Alpengebiet und aus dem
Mittelrheingebiet. In ihrem Ursprungsgebiet vermutlich als Mischgefäße
für Wein benutzt, dienen sie hier in letzter Verwendung als Behältnis
für den Leichenbrand (Urne).
Tracht und
Schmuck
Wegen der Vergänglichkeit organischer Substanzen sind wir über die
Kleidung der eisenzeitlichen Menschen nur ungenügend informiert.
Gelegentlich in Mooren gefundene Gewebe geben Hinweise auf deren Aussehen,
metallene Schmuck- und Trachtbestandteile erlauben ergänzende Einblicke.
Zur Frauentracht gehören lang- und kurzärmelige Blusen,
Schultertücher und lange Röcke sowie für kältere Jahreszeiten
Pelzumhänge und Hauben aus Stoff oder Fell.
Die Männer trugen über den Hosenbund fallende weite Kittel und lange
Hosen. Beliebt waren offenbar große deckenförmige Umhänge, die wohl
vorzugsweise bei kühler Witterung angelegt wurden.
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Schuh aus
dem Moor bei
Benstreek, Ldkr. Ammerland
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Der Schmuck und metallene Trachtbestandteile unterlagen modischen
Strömungen und sind deshalb für den Archäologen wichtiges
chronologisches Instrumentarium.
Religion und
Kult
Steine und Bäume, Moore und Seen, Quellen und Flüsse galten als Sitz
der Götter und wurden als heilige Orte verehrt. Hier legte man die
Weihegaben nieder.
Vor allem Ringschmuck wurde als Opfergaben in den Mooren deponiert:
vielleicht als Gaben von Frauen an weibliche Gottheiten.
Totenbrauchtum
und Bestattungssitten
Die Toten werden in den Jahrhunderten vor Chr. ohne Ausnahmen
verbrannt, und zwar werden sie in ihrer Kleidung und mit ihrem Schmuck auf
die Scheiterhaufen gelegt. Grab- und Bestattungsformen sind regional und
zeitlich verschieden.

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