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Der Faustkeil von Schweringen
Der 14,9 cm lange, 8,5 cm breite und
3,4 cm dicke Faustkeil wurde aus baltischem grauem Feuerstein
geschlagen. Er ist von beiden Seiten her fast vollständig
überarbeitet und weist nur einen kleinen Rest Cortex sowie eine
kleinere Kluftfläche (vgl. Abb. 2) auf. Auf der Oberseite (Abb.
1)
können Spuren beginnender hauchartiger weißlicher
Oberflächenpatina erkannt werden, deren Entstehung wahrscheinlich
vor der Einsedimentierung des Fundstückes begonnen hatte. Später
trat eine sicherlich wiederum lagerungsbedingte hauchartige
bräunliche Einfärbung der Oberflächen ein, durch die der graue Ton
des Feuersteinrohmaterials jedoch kaum überdeckt wurde. |

Abb. 2
Schweringen, Ldkr. Nienburg (Weser)Faustkeil aus Feuerstein, Unterseite
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Der Faustkeil
wird vermutlich keinen mechanischen Bewegungen ausgesetzt
gewesen sein, da seine Kanten und Grate scharf erhalten
sind. Beschädigungen traten erst nach dem Ausbaggern des
Gerätes und bei seinem hohen Fall auf die Überkornhalde auf. Diese Beschädigungen
sind auf den Abbildungen als weiß gelassenen Flächen gekennzeichnet.
Es liegt ein sehr stark
durchgeformter mandelförmiger großer Faustkeil vor, der
besonders an den Längskanten und der Spitze auf der Oberseite
(Abb. 1) sorgfältige Flächenretusche erhielt. Im
Basisbereich wurde oberseitig rechts und unterseitig (Abb.
2) direkt an der Basis eine rundliche Formgebung
durchgeführt. Ergänzt man die rezenten
Kantenbeschädigungen, so waren oberseitig relativ scharfe und
regelmäßige Arbeitskanten ab dem unteren Drittel des
Faustkeiles zur Spitze hin hergestellt worden, wobei die
größeren Abschlagbahnen der Unterseite - soweit erhalten -
gekappt wurden (vgl. Abb. 2). Ein alternierender
Verlauf (Zickzackkante) der Seiten war nicht beabsichtigt und
ist möglicherweise ein unterstützender Hinweis auf eine
jüngere Zeitstellung dieses mittelpaläolithischen
Faustkeiles. Die Spitze war von der Unterseite her bereits
durch größere Abschläge leicht eingezogen und sehr flach
hergerichtet worden.
Nach dem außergewöhnlich gut
erhaltenen mandelförmigen Faustkeil aus Tonschieferhornfels
von Stedebergen (Oldenburg 1979b, 3-12; Abb. 1-2b; Taf. 1-2)
liegt ein weiterer großer mandelförmiger Faustkeil aus
baltischem Feuerstein vor, der nur knapp 15 km südlich von
Stedebergen gefunden wurde.
L i t e r a t u r
Bosinski, Gerhard 1967: Die
mittelpaläolithischen Funde im westlichen Mitteleuropa. Fundamenta
A 4. 1967, Köln - Graz.
Busch, Ralf, Schwabedissen, Hermann 1991: Der altsteinzeitliche
Fundplatz Salzgitter-Lebenstedt. Teil II. Naturwissenschaftliche
Untersuchungen. Fundamenta A 11/II. 1991. Köln - Weimar - Wien.
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Kr. Verden (Aller). Die Kunde N. F. 30, 1979, 3-12; 3 Abb., 2 Taf.
Oldenburg, Heinz 1979c: Ein kleiner Faustkeil von Balge, Lkr.
Nienburg (Weser). Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 48,
1979, 149-154.
Thieme, Hartmut, Richter, Pascale 1994: Ein neuer Fundplatz des
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Veil, Stephan, Breest, Klaus,
Höfle, Hans-Christoph,
Meyer,
Hans-Heinrich, Plisson, Hugues,
Urban-Küttel, Brigitte,
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Anschrift des Verfassers:
Klaus Breest
Freiligrathstraße 14
10967 Berlin

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