|
Die Kunde N. F. 50,
1999, S. 235-240.
|
Zwei umgearbeitete
Flintdolche aus dem Magazin des Niedersächsischen Landesmuseums
Hannover
|

128 KB |
Von Ulrike Weller, Niedersächsisches Landesmuseum,
Urgeschichts-Abteilung
Zeichnungen: Thomas Lessig M.A.
Im Magazin der Urgeschichts-Abteilung
des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover befinden sich zwei
Flintartefakte, die wegen ihrer Grundform hier näher betrachtet
werden sollen. Es handelt sich dabei um ein Gerät aus Bennigsen,
Gde. Stadt Springe, Ldkr. Hannover (Katalognummer 286:29) und um
eines aus Sasendorf, Gde. Stadt Bad Bevensen, Ldkr. Uelzen
(Katalognummer 26852).
Das Bennigser Artefakt, welches bisher
als Flint-Ovalbeil angesprochen wurde (Brandt 1967, 183 Liste 11;
Moser 1998, 347 Nr. 2868), wurde aus grauem Flint gefertigt und
erreicht ein Gewicht von 24,1 g (Abb. 1). Kortex konnte nicht
festgestellt werden. Das Stück ist 55 mm lang, 25 mm breit und
maximal 12 mm dick. Seine größte Breite hat es am Nacken, die
Schneide weist eine Breite von lediglich 19 mm auf. Die größte
Höhe befindet sich ebenfalls im Nackenbereich. Hier erkennt man
einen Bruch, der keine Spuren von Überarbeitung trägt. Der
Querschnitt des Gerätes ist oval. Von den Seitenkanten her
erstrecken sich Retuschen auf die Breitseiten. Am Nacken reichen
diese Retuschen auf beiden Seiten noch bis zur Mitte der Fläche.
Jedoch schon ab 15 mm unterhalb des Nackens zeigt sich auf beiden
Breitseiten Schliff, der zunächst nur in jeweils einem schmalen
Streifen auf die Schneide zu verläuft, der sich dann aber
verbreitert, bis 7 mm vor der Schneidenkante beide Breitseiten
vollständig überschliffen sind. Hier sind deutlich die
Schneidenfacetten zu erkennen.
|

Abb. 1
Bennigsen, Gde. Stadt Springe,
Ldkr. Hannover. Stechbeitel aus Flint.
|
Bis auf eine Aussplitterung an
einer Seitenkante ist die Schneide unbeschädigt. Der Rest
eines großen Abschlagnegatives verläuft von der Seitenkante
etwas oberhalb der einen Ecke der Schneide in Richtung Nacken.
Beide Seitenkanten des Artefaktes sind überschliffen. Vom
Nacken ausgehend befinden sich auf einer Breitseite eine
größere Anzahl feinerer und gröberer Aussplitterungen. Das
Stück aus Bennigsen stammt aus der Sammlung Plasse, Arnum,
die vom Niedersächsischen Landesmuseum Hannover 1929
angekauft wurde. Die genauen Fundumstände sind unbekannt.

|
|