|
Die Heisterburg
Die Bedeutung
dieses Namens ist noch nicht geklärt. Die Burg liegt auf dem
nordwestlichen Ausläufer des Deisters. Der Kammweg führt, vom
Nordmannsturm kommend, direkt an die Wallanlagen heran (Abb.
4).

Abb. 4: Plan
der Heisterburg
Das Kernwerk, ein
viereckiger Raum von ca. 105x85 m wird von einer etwa 1,70 m
starken Mörtelmauer mit rückwärtiger Wallanschüttung und
vorgelagertem Spitzgraben umschlossen. An der NW- und SO-Ecke
werden durch Einbiegen der Wälle zu Torgassen zwei Tore
gebildet; in der SW-Ecke stand vermutlich ein Turm. Bei älteren
Ausgrabungen stellte man im Innenraum zwei Brunnen, bzw.
Zisternen fest, außerdem die Mauerfundamente von mehreren, in
den Boden eingetieften, einräumigen Häusern, die z. T. mit
Herdstellen ausgestattet waren. Aber damit ist diese gewaltige
Anlage noch ausreichend erforscht.
In nördlicher
Richtung, an des Kernwerk anschließend, erstreckt sich über Hang
herab eine nahezu 500 m lange Vorburg, deren westlicher Wall mit
vorgelagertem Graben nur zum Teil noch erhalten ist oder nie
ganz vollendet wurde. Die Wallenden am Hang bilden die 7 m
langen Torgasse eines "Zangentores". Östlich der Vorburg liegen
weitere Wälle. Es noch ungeklärt, ob diese überhaupt zur
Heisterburg gehören oder Teile der bei Bad Nenndorf
nachweisbaren Bückethaler Landwehr sind.
Nach den in der
Heisterburg geborgenen keramischen Funden gehört sie dem 10. -
12. Jahrhundert an. Größere Mengen von Eisenschlacke und
Eisenerzresten weisen darauf hin, dass in der Burg Eisen
geschmolzen und verarbeitet wurde. Aber nicht bekannt ist, wann
das geschah.
Weiter
zum nächsten Kapitel: "Die Wirkesburg"
|