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Archäologische Denkmäler im Deister
 

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Landwehren

Eine besondere Gruppe von Befestigungsanlagen sind die aus Gräben und Erdwällen bestehenden und häufig noch ursprünglich mit dichtem Buschwerk bestandenen Landwehren. Sie wurden besonders im 14. und 15. Jahrhundert errichtet, als größere territoriale Gewalten entstanden und Handel und Verkehr sich ausweiteten. Sie sollten die Fluren der Städte und Dörfer schützen und abgrenzen, Territorialgrenzen kennzeichnen oder Engpässe und wichtige Straßenzüge sperren, bzw. kontrollieren.

Im Bereich des Deisters ist die Bückeburger Landwehr die bekannteste. Sie ist nachweisbar zwischen Bad Nenndorf - Waltringhausen - Bantorf und nahe der Mooshütte, die unweit der Heisterburg liegenden Wälle gehören vermutlich dazu. Ihre Aufgabe war es, den Zugang des Hellweges zum alten Marstengau, der Landschaft westlich Hannovers, zu schützen. Nach einer Urkunde vor 1614 war sie Bestandteil eines Systems von stark ausgebauten und mit Dornenhecken bepflanzten Landwehren, die die Grenzen der alten Grafschaft Schaumburg bildeten.

Hierzu gehört auch die Landwehr, die westlich von Springe den Taleinschnitt zwischen Großem und Kleinem Deister - die Deisterpforte -  sperrte, durch die die alte Straße vom Weser- ins Leinetal, die heutige B 217 Hameln-Hannover, verlief. Reste der Landwehr sind ca. 300 m westlich des Restaurants "Deisterpforte" am Südhang des Ebersberges und im Kleinen Deister am Nordhang des Raher-Berges zu sehen.

Ein beliebtes Wanderziel im Deister ist ein mächtiger Felsblock, die "Alte Taufe" genannt. Wandert man vom Nordmannsturm in nordöstlicher Richtung zur Heisterburg, liegt er nach ca. 2,5 km westlich des Kammweges inmitten eines großen Trümmerfeldes von so genannten "Wealdensandstein". (Entstanden während der letzten Periode des Eiszeitalters, der Weichseleiszeit ca. 120 000 - 20 000 v. Chr). Wegen einer beckenförmigen, durch Verwitterung entstandenen Vertiefung an der Oberfläche, wird in der volkstümlichen Überlieferung angenommen, dass dieser Stein in vorchristlicher Zeit als Opferstein und bei Einführung des Christentums als Taufstein gedient hat. Hierfür gibt es aber keinerlei archäologische Beweise. Das schmälert jedoch nicht die Bedeutung dieses Platzes als eines eindrucksvollen Naturdenkmal im Deister.


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