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Die mittlere Jungsteinzeit

Die mittlere Jungsteinzeit stellt sich als ein Abschnitt großer kultureller Dynamik mit zahlreichen technischen Neuerungen dar.

In großen Gebieten des norddeutsch-polnischen Flachlandes und Südskandinaviens erfolgte der Übergang zur agrarischen Wirtschaftsweise jetzt innerhalb kürzester Zeit fast schlagartig. Dieser Vorgang ist gekennzeichnet durch das Auftreten der nach einer typischen Gefäßform benannten Trichterbecherkultur.

Erstmals ist der Pflug nachgewiesen. Es handelt sich um die einfache Hakenform, mit welcher der Boden kreuzweise geritzt, aber nicht gewendet wurde.

Linienbandkeramischer Hausgrundriss aus Rosdorf, Landkreis Göttingen,
und Rekonstruktion

Einen wesentlichen verkehrstechnischen Fortschritt stellt die Erfindung des Rades dar. Durch bildliche Darstellungen auf Tongefäßen ist der vierrädrige Wagen für die Trichterbecherkultur nachgewiesen.

Erstmal gelangen Äxte, Beile, Schmuck und vermutlich auch andere Gerätschaften aus Kupfer von den bereis Metall verarbeitenden Zentren des Balkans nach Mitteleuropa. Die steinernen Beile und Äxte wurden nun an den Kupferformen nachgebildet.

Aus Westeuropa wird die Großsteingrabidee in die Trichterbecherkultur hineingetragen. Aus mächtigen Steinblöcken wurden Grabkammern errichte, die mehreren Generationen als Bestattungsplatz dienten. Viele neue religiöse Vorstellungen müssen damit ins Land gekommen sein.

Über die gleichzeitige Kultur im südniedersächsischen Bergland ist noch wenig bekannt. Ebenso wie die in dieser Zeit errichtete Beusterburg bei Hildesheim, ein ursprünglich mit Wall, Graben und Palisade umgebenes Erdwerk von 600 x 400 m Ausdehnung, zeigen die Kleinfunde Beziehungen sowohl nach Mittel wie Südwestdeutschland.

Tongefäße der Trichterbecherkultur


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