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Home > Publikationen Übersicht > Archäologie in Niedersachsen > Jungsteinzeit 

 

Die späte Jungsteinzeit

In der späten Jungsteinzeit erreichten starke Einflüsse aus dem Osten und dann aus Südwesteuropa, möglicherweise verbunden mit der Einwanderung größerer Volksgruppen, Niedersachsen.

Aus dem Osten drängt die Einzelgrabkultur ins Land. Namensgebend für sie ist die Sitte, ihre Toten in Einzelgräbern unter Erdhügeln zu bestatten. Hauptwaffe dieser Kultur ist die Streitaxt aus Felsgestein.

Die Einzelgrabkultur läßt sich einem großen Kulturkomplex zuordnen, der über weite Teile Europas verbreitet war und in dessen Trägern viele die ersten Indoeuropäer zu erkennen glaubten.

In einer entwickelten Phase der Einzelgrabkultur tritt die aus Südwesteuropa kommende Glockenbecherkultur auf. Charakteristisches Gefäß ist eine Becherform mit s-förmig geschwungener Kontur, das einer umgedrehten Glocke ähnelt.


Tongefäß und steinerne Streitaxt der Einzelgrabkultur

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Hockergrab der Glockenbecherkultur von Esbeck, Landkreis Helmstedt

Die Bewaffnung dieser Kultur besteht aus dem Bogen als Fernwaffe, sie die häufig auftretenden Daumen- und Armschutzplatten gegen die zurückschnellenden Sehne belegen, und dem Dolch als Kupfer oder Feuerstein als Nahkampfwaffe.

Der Dolch verdrängt die Streitaxt als Hauptwaffe. Die Form aus Kupfer ist noch verhältnismäßig selten. Sie wird in Feuerstein nachgebildet. Im Konkurrenzkampf mit dem neuen Werkstoff entwickelt das einheimische Feuersteinhandwerk dabei am Ende der Jungsteinzeit eine nie erreichte Meisterschaft.

In dieser Zeit verschmelzen Einzelgrabkultur und Glockenbecherkultur miteinander und bilden die Grundlage der frühen Bronzezeit. So bildet die Dolchzeit den Abschluß der über 3000jährigen Entwicklung der Jungsteinzeit.

Feuersteindolche und -sichelklinge am Übergang zur Bronzezeit


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