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Hannovers Landwehr

Im hannoverschen Stadtwald, der "Eilenriede", bemerkt der Wanderer an vielen Stellen Gräben und Wälle. Es sind die Reste der spätmittelalterlichen Landwehr Hannovers. Von zehn ehemals vorhandenen Warttürmen sind immerhin drei in mehr oder weniger ursprünglicher Form enthalten. Die Landwehren mit ihren Warten, Wällen, Zäunen, Hecken, Knicken und Gräben dienten dem Schutz und der Kontrolle der Straßen sowie der Holz-, Hude- und Weidenutzung im städtischen Vorfeld.

Die Anfänge der hannoverschen Landwehr gehen bis in die Mitte des 14. Jh. zurück. Die Hauptzüge der Landwehren entstanden infolge des Lüneburger Erbfolgekrieges (1369-1388), in dem die niedersächsischen Städte ihre Stellung gegenüber Fürsten ausbauen konnten. Im großen Privileg von 1392 erhielt Hannover ausdrücklich das Recht zugesprochen, Landwehren anzulegen.

Um 1341 entstand während der Auseinandersetzung zwischen den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg und dem Hildesheimer Bischof die Lüneburger Landwehr, die vom "Steuerndieb" nach Nordwesten bis zum Altwarmbüchener Moor führte. Ihr Verlauf deckt sich fast mit dem des Messeschnellweges nordöstlich des Weidetorkreisels. Im Süden des Stadtteiles Groß Buchholz erinnern die Gaststätte "Pinkenburg" und eine gleichnamige Straße an die 1387 abgebrochene Warte. Annähernd parallel dazu verlief der 1365 entstandene Schiffgraben, auf dem die Bürger Torf, Holz u.a. nach Hannover brachten.

Abb. 1: "Inselgraben": Landwehr zwischen Hannover und Misburg (1373)
hinter dem Zoo

1373 wird die Landwehr zwischen Misburg und Hannover genannt, an deren Hauptdurchlass der Pferdeturm errichtet wurde. Die Reste dieser Landwehr, heute "Inselgraben" genannt, sind noch gut zu erkennen. Östlich des Zoos verläuft ein beiderseits von Gräben begleiteter Erdwall, der vom ehemaligen Schiffgraben (Waldchaussee) rechtwinklig abbiegt und direkt nach Süden auf den Pferdeturm zuläuft. Die südlichen Teile sind, nicht zuletzt durch den Bau des Messeschnellweges bedingt, schlechter erhalten. Ihre Fortsetzung findet die Landwehr südöstlich des Pferdeturms in der Kleefelder Eilenriede. Auf mehreren 100 m ist der Wall mit den beiderseitigen Gräben so gut erhalten, dass er eindrucksvoll die Stärke der hannoverschen Landwehr vorführt. Die Anschlüsse zum Pferdeturm sowie nach Süden in Richtung auf den Landwehrgraben sind nur schwach erkennbar, da sie fast völlig abgetragen wurden.

Abb. 2: "Inselgraben": Landwehr zwischen Hannover und Misburg (1373)
in der Kleefelder Eilenriede

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