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Eine erste Nennung von Pöhlde zu
922 gilt als unsicher. Danach aber sind Königs- und
Kaiserbesuche in Pöhlde oftmals bezeugt. 927 und 929 erhält die
Gemahlin Heinrichs I. Mathilde einen Hof zu Pöhlde als
Witwengut. Dabei wird als Zubehör 929 eine "civitas" (Burg)
genannt, den bekannten Tatsachen nach ist dies der erhaltene
Burgwall "König Heinrichs Vogelherd" auf dem Rotenberg.
Die Gründung eines
Kanonikerstiftes durch Königin Mathilde um 950 erhöhte die
Bedeutung Pöhldes als Pfalz, da nunmehr ein Pfalzstift vorhanden
war. Die Kaiser Otto II. und Heinrich II. hielten sich hier oft
auf. Die häufige Anwesenheit der Herrscher zu Weihnachten gaben
Pöhlde den Namen "Weihnachtspfalz". Für 1017 ist ein Brand
überliefert, der die Funktion der Pfalz aber nicht einschränkte.
Mit Heinrich III. endete schließlich 1059 die Reihe der Besuche
deutscher Kaiser und Könige in Pöhlde. Das Stift wurde vor 983
in ein Benediktinerkloster umgewandelt und erhielt wohl 1129/30
die Prämonstratenserregel. 1002 erschlug Siegfried von Northeim
den nach der Königskrone greifenden Markgraf Ekkehard I. von
Meißen in Pöhlde. Schon vor Mitte des 16. Jh. verlor das Kloster
nach den Zerstörungen im Bauernkrieg 1525 an Bedeutung. Die
Mönche des inzwischen säkularisierten Klosters wichen nach
Duderstadt aus. Eine Wiederbesetzung 1629 scheiterte.
Schließlich ist noch auf die alte Gerichtslinde am Ostrand des
Ortes als als einem Rechtsdenkmal hinzuweisen, das ohne die Nähe
der alten Pfalz wohl nicht erklärbar wäre
(Abb. 7).

Abb. 7: Gerichtslinde am
Ostrand von Pöhlde
Literaturhinweise:
M. Claus u. M. Fansa, Palithi. Die
Keramik der jüngeren Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und des
Mittelalters aus dem Pfalzbereich von Pöhlde, Kr. Osterode am
Harz. Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens
18. Hildesheim 1983.
H. A. Lauer, Archäologische
Wanderungen in Südniedersachsen. Angerstein 1988, S. 122-130.
M. Claus, Die Ausgrabungen an der
Wallburg König Heinrichs Vogelherd bei Pöhlde (Stadt Herzberg am
Harz, Landkreis Osterode am Harz). Materialhefte zur Ur- und
Frühgeschichte Niedersachsens 23. Stuttgart 1992.
G. Dehio, Handbuch der Deutschen
Kunstdenkmäler. Bremen, Niedersachsen, München. Neubearb. 1992,
S. 1097 f.
H. Brachmann, Der
frühmittelalterliche Befestigungsbau in Mitteleuropa. Schriften
zur Ur- und Frühgeschichte 45. Berlin 1993. S. 166 ff.
Wege in die Romanik. Das
Reisehandbuch 1. Hannover 1993, S. 209 f.
Impressum, Copyright
Herausgegeben vom
Niedersächsischen Landesverwaltungsamt - Institut für
Denkmalpflege -, Scharnhorststr. 1, 30175 Hannover
Text: Dr Hans-Wilhelm Heine
Redaktion: Dietmar Vonend
Abbildungsnachweis:
Titelbild, 2, 3, 5-7 Institut für Denkmalpflege (M. Claus, C. S.
Fuchs, H.-W. Heine,
W. Piontek); 1 Kartengrundlage: Topographische Karte 1:25 000,
4327 (1987), vervielfältigt mit Erlaubnis des Herausgebers:
Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Landvermessung - B 5 -
346/1991; 4 Niedersächsisches Landesmuseum, Landesgalerie,
Hannover
© Niedersächsisches
Landesverwaltungsamt, Hannover 1994
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