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Home > Publikationen Übersicht > Archäologie in Niedersachsen > Vergessene Dörfer 

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Einleitung

Zu den markantesten archäologischen Denkmalen im Gelände gehören im südniedersächsischen Bergland die Wüstungen, ehemalige Dörfer des Mittelalters. Von den im Spätmittelalter vorhandenen Ortschaften sind rund 50 % aufgegeben worden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: zum einen stellten sich manche Siedlungen aufgrund ihrer abseitigen, landwirtschaftlich ungünstigen Lage auf den Berghöhen als Fehlsiedlungen heraus, verstärkt durch Wasserknappheit und Verkehrsferne; zum anderen wirkten sich häufige Fehden, Pestzeiten und Agarkrisen aus.

Kirchenruine der Wüstung Reinshagen westlich von Adelebsen

Eine wichtige Rolle spielt das Aufblühen der Städte, Flecken und großen Dörfern, die umliegenden Siedlungen gingen mit ihren Gemarkungen vielfach darin auf. Im Landkreis Göttingen sind dafür gute Bespiele zu nennen, wie Gieboldehausen, Duderstadt, Meensen und Scheden, die jeweils mehrere Orte im engeren Umkreis aufsogen und so die eigene Bevölkerung und Gemarkung vergrößert haben.

Wüstungen entstanden auch als Folge von Klostergründungen, z. B. wurde der Ort Welderikehusen bei Dramfeld zugunsten des neuen Klosters Mariengarten im 13. Jh. aufgegeben. Gleiche Auswirkungen konnte auch eine vom Grundherren durchgeführte Umstrukturierung der ländlichen Kleinbauernsiedlung zu einem konzentrierten Meierhof haben, verbunden mit der Umsiedlung der Bevölkerung.

Die Entstehung der Wüstungen ist in Südniedersachsen aufgrund der schriftlichen Überlieferung sowie der archäologischen Forschungsergebnisse in die Zeit des späten 13. sowie des ganzen 14. Jh. datierbar. Eine ältere Phase kann zudem um 1200 erkannt werden.


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