Ausgraben? Erhalten? Abreißen?
Sanieren? Umnutzen? Diese Fragen stellen sich den Mitarbeitern in den
Unteren Denkmalschutzbehörden Niedersachsens nahezu täglich.
Ausgraben und Erforschen befriedigt naturgemäß berufliche Neugier
sowie Wissens- und Forschungsdrang am ehesten. Erhalten und sanieren
ist nicht minder wünschenswert, seien es Grabhügel oder Fachwerkhäuser.
Schließlich sind beide nur noch in endlicher Zahl vorhanden. Was kann
letztendlich Vergangenheit und Vergangenes besser veranschaulichen als
ein zeitgenössisches Dokument? Ein Blick erklärt mehr als tausend
Worte. Bei Baudenkmalen scheint die Entscheidung manchmal etwas
einfacher, aber selten weiß jemand vorher wie es unter der nachträglich
eingezogenen Gipskartondecke aussieht oder ob der oberflächlich
intakte Holzbalken innen nicht doch schadhaft ist. Bodendenkmale sind
nur selten oberirdisch sichtbar und zwangsläufig schließt sich daran
die Frage an, ob das betreffende Objekt noch in einem Zustand ist, der
es wirklich erhaltenswert macht?
Um den täglichen Betrieb und die
heutige Fachbehördenfunktion der Unteren Denkmalschutzbehörden für
Außenstehende nachvollziehbar darstellen zu können, ist der kurze Rückblick
in die Zeit nötig als in der Stadt Buxtehude erstmals ein so fremd
klingender und neuartiger Begriff wie Stadtarchäologie kursierte.
Es begann 1985 „mit einem Bleistift
und einem herbeigeschafften Schreibtisch in einer Ecke im Büros des
Amtsleiters des Hochbau- und Bauordnungsamtes“. Dank des Einsatzes
der damaligen Stelleninhaberin und Stadtarchäologin Gisela
Heese-Greve entwickelte sich die ursprünglich als vorübergehende
Erscheinung gedachte Unternehmung Archäologie in Buxtehude zu einer
agilen und selbständigen Institution. Sie fand zunehmend Anerkennung
und es gelang immer wieder, sie solange am Leben zu erhalten, bis
schließlich 1993 aus dem anhaltenden Schwebezustand zu einer Landung
angesetzt wurde und die Stadtarchäologie mit 1,5 Stellen als
Abteilung des Hochbau- und Bauordnungsamtes in den Boden der
Stadtverwaltung von Buxtehude gepflanzt werden konnte (Habermann 1995,
10). Organisatorisch zunächst dem Amtsleiter direkt unterstellt,
wurde die Stadtarchäologie im Rahmen des vorgezogenen
Verwaltungsreformprojektes „Qualitätsmanagement im Hochbau- und
Bauordnungsamt“ in einem ersten Schritt zum Sachgebiet Archäologische
Denkmalpflege. Eine weitere Veränderung und vor allem eine
Aufgabenerweiterung fand im Januar 1998 mit der Übertragung des
gesamten zusätzlichen Tätigkeitsfeldes der Bau- und
Kunstdenkmalpflege statt. Hier gilt es nun nicht nur inhaltliche, also
bauhistorische Fragen zu klären, sondern auch die gesamte
finanztechnische Seite ist von dem erneut umstrukturierten und
erweiterten Sachgebiet zu bewältigen – also vom Holzbalken bis zur
Steuerbescheinigung. So ist heute aus dem was einst als Stadtarchäologie
begann, das als „unhierarchisch strukturierte“ Team konzipierte
„Sachgebiet 631 Denkmalschutz/Denkmalpflege“ geworden, zu dem
neben den bisherigen zwei Stelleninhabern noch der Amtsleiter und eine
Spezialistin für Fragen des Bauordnungsrechtes gehören. Zugeordnet
ist das SG 631 derzeit dem Amt für Bauordnung, Hoch- und Tiefbau
(Abb. 1). Eine Stellenaufstockung war damit nicht verbunden. Wie
dauerhaft dies ist und welche Veränderungen noch bevorstehen, muß
abgewartet werden, denn die fortschreitende Reform der städtischen
Verwaltung in Buxtehude greift allmählich Raum.
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