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Das in Niedersachsen bundesweit einzigartige
System der weit im Lande verbreiteten Kommunalarchäologen, vielfach
aus der Not vieler Städte und Landkreise heraus geboren in dem Bemühen
um verbesserte Handlungsfähigkeit und verbesserten Bürgerservice,
hat im Laufe der Zeit zu einer ungewöhnlichen Fund- und Befundqualität
geführt. Eine allein auf Landesebene zugeschnittene archäologische
Denkmalpflege hätte dieses Niveau niemals erreichen können.
Die Lokalisierung der Varusschlacht bei
Kalkriese, Lkr. Osnabrück, legt dafür ein beredtes Zeugnis ab. Als
weiteres Beispiel mag ein bislang unbekannter sächsischer Friedhof
angeführt werden, der jüngst in Immenbeck bei Buxtehude, Lkr. Stade,
in einem Neubaugebiet entdeckt wurde (Abb. 3). Er ist in seiner
Art als größte Fundstelle von weit überregionaler Bedeutung
einzustufen, wird nun nach allen Regeln archäologischer Erfordernis
ausgegraben, fällt also nicht der Baumaßnahme zum Opfer. Zurückzuführen
ist die Entdeckung dieser und weiterer zahlreicher „prähistorischer
Highlights“ lediglich auf die lokale Präsenz kommunaler Archäologie
am Brennpunkt des Geschehens (Mahler
1999, 152).

Abb. 3
Immenbeck, Stadt Buxtehude, Lkr. Stade.
Blick auf einen Ausschnitt der Grabungsfläche.
Die dunklen Flächen zeigen die Lage der Grabgruben.
Resultate archäologischen Wirkens auf Stadt-
oder Landkreisebene liefern neben ihrer wissenschaftlichen Bedeutung
zahlreiche Belege, anhand derer eine Kommune oder gar eine ganze
Region die Wurzeln ihrer historischen Identität bis in prähistorische
Vergangenheiten zurückverfolgen kann. Wer unter anderem so mit
nachvollziehbarer Geschichte werben kann, ist nicht nur für Besucher
ungleich attraktiver sondern liefert auch einen beachtlichen Wohnwert
mit historischem Bezug.
„Die aus dem denkmalpflegerischen Alltag
unseres Bundeslandes nicht mehr wegzudenkende Kommunalarchäologie hat
in zahlreichen Städten und Landkreisen Kulturdenkmale vor der Zerstörung
dokumentiert, andere für die Öffentlichkeit erschlossen und
inwertgesetzt. In einem großen Flächenstaat wie Niedersachsen ist
diese Basisarbeit wohl auch in keiner anderen Weise zu leisten. Es
steht daher zu hoffen, daß der eingeschlagene Weg beibehalten wird
und die gute Kooperation aller Kräfte ohne Nachlaß anhält!“ (Mahler
1999, 153).
L i t e r a t u r :
Habermann,
Bernd 1995: Stadtarchäologie in Buxtehude. Entwicklung und
Perspektiven kommunaler Bodendenkmalpflege am Beispiel der Stadt
Buxtehude. Verein Historisches Uelzen. Vorträge und Schriften 2.
Uelzen 1995.
Kiesow,
Gottfried 2000: Denkmalpflege in Deutschland. Stuttgart 42000.
Mahler,
Fred 1999: Archäologie am Brennpunkt. Kommunale Archäologie in
Niedersachsen. In: Archäologie in Niedersachsen 2, 1999, 152–153.
Schmaltz,
Hans Karsten 1998: Niedersächsisches Denkmalschutzgesetz. Kommentar
von H. K. Schmaltz und R. Wiechert. Hannover 1998.
Schön,
Mathias D. 2000: Einsatz von archäologischen Grabungsfirmen –
Erfahrungen im Landkreis Cuxhaven. In: Berichte zur Denkmalpflege in
Niedersachsen 2000/1, 2000, 36–39.
Abbildungsnachweis:
Abb. 1: Stadt Buxtehude
Abb. 2 und 3: Denkmalpflege Buxtehude
Anschrift des Verfassers:
Dr. Bernd Habermann
Stadt Buxtehude
Denkmalpflege
Bahnhofstr. 7
21614 Buxtehude

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