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Ostfriesland, die Küstenregion
im südlichen Nordseegebiet, ist in drei Landschaftstypen zu
unterteilen: Im Zentrum liegt die überwiegend sandige Geest. Sie wird
randlich von ehemals ausgedehnteren Moorgebieten umgeben. Daran schließt
sich das Marschengebiet mit See- und Flussmarsch an. Diese auf engem
Raum abwechslungsreichen natürlichen Gegebenheiten haben den Menschen
seit der Steinzeit Lebensgrundlage und Heimat geboten.Vom Süden aus
betrachtet mag sich Ostfriesland in eher peripherer Lage befinden,
bezogen auf den Verkehrsraum der Nordsee kommt ihm aber doch eine
zentrale Position zu. Dieser Vorzug wird von den
Energieversorgungsunternehmen sattsam genutzt, denn sie haben die
Region zum Dreh- und Angelpunkt gemacht, als es darum ging, den mitten
in der Nordsee auf den norwegischen Erdgasfeldern gewonnenen
Brennstoff nach Mitteleuropa zu transportieren. Zur Zeit führen zwei
Hauptstränge von Norwegen durch die See und landen in Ostfriesland
an. Unvorstellbar große Mengen von Erdgas werden durch die Pipelines
geleitet, z.B. erwartet der norwegische Staatskonzern Statoil allein
aus dem neuen Gasfeld “Troll” 1300 Milliarden Kubikmeter Gas. Das
sind etwa 60 Prozent der norwegischen Reserven. Derzeit kommen vom
Troll-Feld rund 24 Milliarden Kubikmetern jährlich, ab 2005 sollen es
45 Milliarden sein. Abnehmer sind die einheimischen Energieversorger,
die das Gas in ihre Leitungsnetze einspeisen und in verschiedene Teile
Deutschlands verbringen. Um die Dimensionen dieser großen Zahlen zu
verdeutlichen, sei erwähnt, dass mit rund 1,5 Milliarden Kubikmeter
der Jahresverbrauch von mehr als 600 000 Haushalten sichergestellt
werden kann!
Für die archäologische
Denkmalpflege stellt der Pipelinebau ein besonderes Problem dar: Am
Land müssen die Leitungen über viele Kilometer, manchmal über ganze
Bundesländer hinweg, in die Erde gebracht werden. Dies geschieht nach
einem festgelegten Schema, das von der Planung bis zur Wiedereinebnung
reicht. Entscheidend ist dabei, dass auf den Trassen tiefgründige
Erdarbeiten durchgeführt werden, die eine archäologische Wüste
hinterlassen, übrig bleibt eine absolut denkmalfreie Zone (Abb. 1).
Gerade im Sandboden der Geest, der seit der Steinzeit trockenes und
deshalb günstiges Siedlungsgebiet gewesen ist, sind die meisten
Verluste an untertägig erhaltener Denkmalsubstanz zu erwarten.
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