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Keulenfragmente ...
 

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Eine Datierung einzeln gefundener Keulen ist schwierig, da es sich bei den Geröllkeulen um eine Form handelt, die seit dem Mesolithikum bekannt ist (Gramsch 1973, 29). Hier ist besonders die Keule aus der altatlantikumzeitlichen Schicht von Friesack in Brandenburg (Gramsch 1987, 85; Taf. 24,2) zu nennen, in deren gebohrtem Schaftloch noch der Holzstiel steckte. Ebenso stammen vom mesolithischen Fundplatz Barwedel, Ldkr. Gifhorn drei Geröllkeulen (Schwarz-Mackensen 1978, 103 Nr. 26-28). Die Scheibenkeulen scheinen dagegen erst in der Linearbandkeramik aufzutreten und auch während der Stichbandkeramik und der Rössener Kultur noch gelegentlich vorzukommen (Nieszery 1995, 159f.).

Möglicherweise kam die Geröllkeule als "Handelsware" oder Beutegut in die Siedlung von Rössing. Da diese relativ nahe an der Lößgrenze liegt, sind Kontakte zu den dortigen mesolithischen Gruppen nicht auszuschließen. Es wäre aber auch zu überlegen, ob nicht die Form der Geröllkeule von den Menschen der Bandkeramik aus dem Bereich der mesolithischen Gruppen übernommen wurde, wobei das einheimische Rohmaterial genutzt wurde. Die Scheibenkeule hingegen wäre dann eine "Erfindung" der Linearbandkeramik, wobei dafür, ebenso wie für die Dechseln, ein "besonderes" Material gewählt wurde. Nach Schietzel (1965, 44) treten Scheibenkeulen nur gelegentlich in der westlichen Linearbandkeramik auf, während sie im Osten häufiger vorkommen. Wäre das Verhältnis zwischen Ost und West bei den Geröllkeulen umgekehrt proportional, könnte dies ein Indiz dafür sein, daß man mit zunehmender Entfernung zum Ursprungsgebiet eher geneigt war, fremde Formen aufzunehmen. Jedoch fehlen in weiten Bereichen sicher kulturell zuweisbare Funde, so daß man zukünftige Grabungen abwarten muß. Bei deren Auswertung wäre es wichtig, auch eine so seltene Artefaktgruppe wie die Keulen eingehend zu behandeln, da vielleicht gerade die Geröllkeulen einen weiteren Nachweis für die Kontakte zwischen Mesolithikern und Linearbandkeramikern bieten.

Die Geröllkeule von Rössing ist noch so weit erhalten, daß sich mit Sicherheit sagen läßt, daß ihr Gewicht mehr als 500 g betragen hat. Die Scheibenkeule aus Hohnstedt dürfte dagegen ungefähr 200 g gewogen haben. Daß gerade Geröllkeulen auch erheblich schwerer gewesen sein können, zeigt ein undatiertes Stück aus Barum, Ldkr. Uelzen (Zedelius 1996, 69), also aus einem Bereich, der nicht mehr zum linearbandkeramischen Siedlungsgebiet gehört. Die Keule ist vollständig erhalten und wiegt 1116 g, also mehr als das Doppelte von dem, was für die Rössinger Keule geschätzt wurde. Es läßt sich allgemein feststellen, daß die Geröllkeulen wohl in der Regel größer und schwerer waren als die Scheibenkeulen.