Keulenfragmente ...
Bei der Scheibenkeule aus Hohnstedt
laufen Ober- und Unterseite nicht in einem Grat zusammen, vielmehr
ist die Kante verrundet. Ein Stück aus Dassensen 1, Gde. Stadt
Einbeck, Ldkr. Northeim weist dagegen einen ausgeprägten Grat auf.
Es ähnelt damit einer Keule aus Müddersheim in Nordrhein-Westfalen
(Schietzel 1965, 44),
während die aus Hohnstedt eher mit dem Stück aus der Siedlung von
Langweiler 9 (Farruggia
1977, 278) zu vergleichen ist. Diese Randausprägungen stellen
jedoch weder chronologische, noch kulturelle Unterschiede dar, da
aus der Linearbandkeramik auf dem Gebiet der ehemaligen
Tschechoslowakei beide Randformen bekannt sind (Farruggia
1977, 278). Die Scheibenkeule aus Hohnstedt ist nicht vollständig
erhalten, jedoch können Näherungswerte für ihre Maße angegeben
werden. Der rekonstruierte Durchmesser der Keule beläuft sich auf
85 mm, der des konischen Bohrloches liegt bei 21 mm bzw. 23 mm. Schwarz-Mackensen
(1978, 102 Nr. 8) nennt aus Klein Rhüden, Ldkr. Gandersheim eine
Scheibenkeule, die in den Maßen dem Hohnstedter Stück entspricht.
Die von Schietzel
(1965,44) für Müddersheim beschriebene Scheibenkeule liegt mit
einem geschätzten Durchmesser von 110 mm etwas darüber, die
Durchmesser für das Bohrloch sind mit 21 bzw. 23 mm jedoch
identisch mit denen des Hohnstedter Stückes. Auch die Scheibenkeule
aus Aiterhofen-Ödmühle (Nieszery
1995, 195), Grab 66 weist mit einer Länge von ungefähr 93 mm und
einer Breite von 81 mm nahezu gleiche Werte auf. Lediglich die Höhe
ist mit 10 mm erheblich geringer. Auch die Durchbohrung ist mit
ungefähr 11 mm nur halb so groß wie die der Keule aus Hohnstedt
und des Stückes aus Müddersheim. Eine Scheibenkeule aus Gamsen,
Ldkr. Gifhorn weist jedoch den gleichen geringen Bohrloch-Durchmesser auf wie das Aiterhofener Artefakt (Schwarz-Mackensen
1978, 103 Nr. 23.).
Größer als die bisher aufgeführten
Scheibenkeulen ist das Artefakt aus der Siedlung von Langweiler 9 in
Nordrhein-Westfalen (Farruggia
1977, 277f.; Taf. 72). Das im Gegensatz zum Hohnstedter Gerät nur
wenig sorgfältig geschliffene
Stück ist ebenfalls nur als Bruchstück erhalten, der Durchmesser
beläuft sich auf fast 130 mm. Das konische Bohrloch, in dem die
Keule gebrochen ist, mißt 19 mm, tendiert in der Größe also eher
zu den Artefakten aus Hohnstedt oder auch Müddersheim, während die
Keulen aus Aiterhofen und Gamsen mit ihren geringen
Bohrloch-Durchmessern etwas aus dem Rahmen fallen. Auch über weite
Entfernungen hinweg sind die Scheibenkeulen in ihren Maßen sehr
einheitlich. So beschreibt Rulf
(1991, 324 Fig. 19) für die bandkeramische Siedlung von
Bylany (Tschechische Republik) Fragmente von Scheibenkeulen, deren
konische Bohrlöcher zwischen 21 und 24 mm Durchmesser aufweisen.
Leider ist auch auf diesem Fundplatz keines der Stücke vollständig
erhalten, so daß weitere Vergleiche nicht möglich sind. Neben dem
Material scheinen aber auch die Maße in einem gewissen Rahmen
festgelegt gewesen zu sein, ohne daß es sich um eine strenge
Normierung handelte.

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