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Keulenfragmente ...
 

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Bei den Scheibenkeulen kann man aufgrund der Form der Bohrlöcher davon ausgehen, daß diese in Hohlbohrung entstanden sind. Aus linearbandkeramischem Zusammenhang sind bisher allerdings weder Bohrzapfen noch Bohrer bekannt. Da jedoch in den Siedlungen allgemein selten Keulen auftreten, ist auch die Wahrscheinlichkeit Bohrzapfen zu finden relativ gering. Bohrstäbe, die wegen des großen Markkanales vermutlich aus Holunder waren, sind wegen der schlechten Erhaltungsbedingungen ebenfalls nicht vorhanden. Aus jüngerem Zusammenhang ist dagegen ein Artefakt bekannt, das man als Bohrer ansprechen könnte. Es handelt sich dabei um ein bisher unpubliziertes Holunderstück aus der Altheimer Siedlung vom Pestenacker in Bayern, auf das mich freundlicherweise Thomas Lessing, M.A. aufmerksam machte. Dieses Artefakt weist Abnutzungsspuren auf, die auf einen Gebrauch als Steinbohrer hindeuten. Mit einem Außendurchmesser von 21,6 bis 22,9 mm paßt es sehr gut zu den für die konischen Bohrlöcher ermittelten Werten.

Die Funktion der Keulen ist bisher nicht zu klären. Besonders bei den Scheibenkeulen, die in der Regel keine Gebrauchsspuren aufweisen (Nieszery 1995, 159), könnte man an ein Rangabzeichen (Fock 1937, 28) denken. Fast alle Scheibenkeulen sind im Bohrloch gebrochen. Bei einer Nutzung als Waffe oder Gerät könnten sie zerstört worden sein. Werden sie jedoch als Würdezeichen angesehen, wäre ein Zerbrechen während des Gebrauches eher unwahrscheinlich. Vielleicht wurden die Stücke nicht weitergegeben, sondern absichtlich zerstört, möglicherweise wenn die Würde auf eine andere Person oder gar eine andere Familie überging. Darüber kann jedoch nur spekuliert werden, da sich Anhaltspunkte für diese Theorie nicht finden lassen. Schietzel (1965, 44) vermutet, daß es sich wegen des scharfen Grates um Schlaggeräte handelte. Dies ist wegen der fehlenden Gebrauchsspuren nicht stichhaltig. Die Geröllkeulen weisen teilweise umlaufende Klopfspuren oder einzelne Klopfspurenfelder auf (Gramsch 1973, 29). Auch hier ist die genaue Funktion der Stücke nicht zu klären. Allgemein werden Keulen als Waffen, Schlaggeräte, Würdezeichen, Grabstockbeschwerer, Ritualkeulen oder Rotiermasse bei Bohrgeräten angesprochen (Gramsch 1973, 29; Schietzel 1965, 44).

Sowohl für die Scheiben-, wie auch für die Geröllkeulen gilt, daß sie in der Linearbandkeramik zu den seltenen Artefakten zählen, was ihre Sonderstellung hervorhebt.