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...Eine Frau darf keine Männerkleidung tragen, und ein Mann keine Frauenkleidung...
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Der Titel der Ausstellung und auch dieses Aufsatzes ist ein Zitat aus dem Mittelalter. Der Ausspruch „Eine Frau darf keine Männerkleidung tragen und ein Mann keine Frauenkleidung“ (nach Müller 2003, 93 Anm. 155) fand sich in den Beschlüssen der großen Reformsynode des Jahres 816 (Concilium Aquisgranense, 816, MGH Conc. 2,1, S. 405) unter Ludwig dem Frommen, der als einzig überlebender Sohn Karls das Frankenreich geerbt hatte. „Der Herr, euer Gott verabscheut jeden, der das tut“ lautet die Begründung. Diese Kleidervorschrift wurde aus dem Alten Testament übernommen.

Ludwig der Fromme setzte ein Dreiständemodell durch, das die Bevölkerung in Kleriker, Mönche und Laien teilte. Diese Stände sollten sich in ihrer Kleidung unterscheiden. Eine Differenzierung des Laienstandes war nur zwischen Männer- und Frauenkleidung gefordert. Besondere Kleiderordnungen gab es nicht. Welche Kleidungsstücke umfasst die Männer- und die Frauenkleidung?

Ein sicheres Materialempfinden und ein ausgefeiltes Materialverständnis zeichnet die mittelalterliche Kleidung aus. Die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ist erstaunlich. Die Farbigkeit beeindruckt.

Einhard (um 770–840) verfasste nach antikem Vorbild eine Geschichte Karls des Großen. Sie ist eine der bemerkenswertesten Biographien des Mittelalters. Neben den Taten werden auch die physische Verfassung und moralische Vorstellungen Karls herausgestellt und natürlich auch Angaben zur Kleidung gemacht: Karl der Große trug die fränkische Kleidung:

Auf den Körper wurde ihm ein leinenes Hemd angezogen und leinene Hosen, darüber eine Tunika, die mit einem Seidenstreifen umgeben war, und Gamaschen, Strümpfe (?) Beintücher; dann verschnürte er die Unterschenkel mit Binden und die Füße mit Schuhwerk; und er schützte mit einem aus Fischotter- oder Marder- oder Hermelinfell hergestellten thorax im Winter Schultern, Oberarme und Brust, er war immer mit einem blauen, gefibelten Umhang umworfen...“ (Müller 2003, 65).


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