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Durch das Landesmuseum Hannover
(Direktor Prof. Dr. Jacob-Friesen) wurden im Jahre 1949 im
Großen Moor zu Hunteburg, nördlich Osnabrück, zwei dicht
nebeneinander ruhenden Leichen geborgen. Der über 2000
jährige Fund wurde in einem großen Moorblock, in der Lage
unberührt, ins Labor des Museums Hannover geschafft. Hier
konnten nach sorgfältigster Vorbereitung mit allen
wissenschaftlichen Hilfsmitteln, unter Hinzuziehung
anerkannter Spezialisten, alle Einzelheiten dieses seltenen
Fundes untersucht. An
Textilien wurden zwei große wollene, in Körperbindung
gewebte Decken geborgen. Es sind bedeutende Stücke einer
hohen Webekunst und typische Vertreter der Eisenzeit. Diese
Tuchgewebe überraschen durch ihre Größe von 3,00 mal 1,80 m
und 2,60 mal 1,76 m und die breite Kanteneinfassung in
Brettchenwebetechnik. Die Höchstleistung dieser Gewebe liegt
in der Verbindung zweier sich vollkommen fremder Techniken,
der Körperbindung und der Brettchenweberei in einem
Arbeitsgang.
So handelt es sich bei dem
Fund nicht um einfache, schlicht gewebte Decken, sondern um
Tücher, die durch vier feste Kanten eingefaßt waren und mit
Fransen verziert worden sind. Diese Gewebe sind nicht von
einem größeren Stück abgeschnitten, sondern in sich
abgeschlossene Arbeiten, die einem ganz besonderen Zweck
gedient haben müssen. Haber wir hier vielleicht den
ärmellosen Mantel der Germanen vor uns, worüber Tacitus
(Germanien, Kapitel 17) wie folgt berichtet: " Das
Hauptkleidungsstück der Männer bestand aus einem viereckigen
Stück Wollzeug, welches auf der Schulter mit einer
Gewandnadel oder einem Dorn zusammengehalten war?" Auch
andere Urkunden, Plastiken und bildliche Darstellungen geben
Kunde von einer ärmellosen Mantelform, die bis in die
Wikingerzeit (Anm: Darstellungen auf dem Teppich von
Bayeux), also um rund 1000 nach Chr. von den Germanen
noch getragen wurde.
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