.


DIE KUNDE - nostalgisch (?)

 

Home
Landesmuseum
Arbeitskreis Steinzeit
Publikationen
Landesverein
Freundeskreis
Termin-Kurzübersicht
Links
Sitemap
.
Home > Publikationen > Archäologie nostalgisch (?)

 

Die Kunde Neue Folge Heft 1 u. 2 - Jahrgang 1950

Ein neuer Moorfund ...

.

- 2 -

Ich glaube ja nicht, daß es sich bei diesem Mantel um ein willkürliches Tuchstück handelt, sondern daß das Material und die Ausmaße ausprobiert sind und daß das Kleidungsstück dem Träger in dieser Form große Vorteile gegeben haben muss.

Die Konservierung der Decken von Hunteburg war so überraschen gut ausgefallen, daß das Stück mir erlaubte, einmal praktische Versich über die Anwendung als Mantel vorzunehmen. In der Abbildung 1

ist die rechteckige Form von 2,60 m Länge und 1,80 m Breite wiedergeben. Die Ausmaße sind so außergewöhnlich, daß die Decke weder in der Höhe noch quer genommen als Umhang befriedigende Anwendung finden kann. Einleuchtend wurden die Versuche erst, nachdem das Längemaß durch Doppellegen des Tuches auf 1,30 m reduziert wurde.

Die Richtigkeit dieser Maßnahme fand sofort eine Bestätigung dadurch, daß vorhandene antike Stopfstellen, ausgeführt mit helleren Wollfäden im Gewebe, gerade an diesen Stellen zusammentrafen, wo einst die Fibel ihren Sitz hatte. Diese Stopfstellen bestätigen einmal, daß das Umlegen des Mantels immer nach gleicher Länge des Tuches vorgenommen wurde, und zum anderen, daß wir in den Decken von Hunteburg den ärmellosen Mantel der Eisenzeit vor uns haben.

In dem nun Folgenden sollen die Vorteile eines solchen Kleidungsstückes ermittelt werden. In Abb. 2 sehen wir wieder die Decke in doppelter Lage, und zwar mit Nadeln dort gehalten, wo die Fibel nach Umlegen den Mantel an der rechten Schulter schließen würde. Mit dieser Zeichnung ist somit widergegeben, daß für den Halsumfang nur gut ein Drittel der vorhandenen Stoffbreite benötigt wird. Die überstehenden Seiten fallen herunter und zeigen einen Faltenfall in ein Form, die immer wieder auftritt.