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Eine alte
Bezeichnung dafür ist "sagum = Kriegsmantel". Aus diesem "sagum"
muß sich bald, neben diesem, eine andere Mantelform
entwickelt haben. Hier handelt es sich um den sogenannten
"Königsmantel". Das Kleidungsstück soll nun nicht mehr dem
Körper den vielseitigen Schutz geben, sondern wird zu einer
schmückenden Angelegenheit. Das Material ist viel leichter
geworden, hat leuchtende Farben und ist auch oft reich
gemustert. Dieses leichte Gewebe wird nicht mehr doppelt
getrogen. Auch die Faltenordnung ist eine andere. Die Länge
des Mantels richtet sich nach der Größe des Tragenden, sie
reich vom Hals bis zu den Füßen. Die Breite wird sich nach
der Körperstärke um 2 m bewegen. Beim Umschlagen stehen
beide Tuchenden über die rechte Schulter hinaus. Die große
Fibel rafft nun diesen über die Schulter hinausstehenden
Stoff von der Rück- und Vorderseite in viele kleine Falten,
und wahrscheinlich hat auch die Fibel auf der Schulter im
Leibrock gleichzeitig einen festen Halt bekommen. Dadurch
wird die Fibel zum Träger des ganzen Mantels und der
schnürende Halsumhang kann nun lockerer gestaltet werden. Um
auch den linken Arm frei zu bekommen, läßt sich das
Vorderteil in schöne Falten über die linke Schulter legen.
Bei dieser Mantelform ist alles, vom Gewebe über die Farbe
bis zur Drapierung des Faltenfalls, auf Schönheit
abgestellt.
So haben wir
neben dem praktischen Kriegsmantel, der in seinen
Bestausführungen durch Farbe und breite Kantenverzierung in
Brettchenweberei (Anm.: Wie z. B. Thorsberger
Prachtmantel, Schleswig, sowie der Prachtmantel Nr. 2 aus
dem Vehenmoor, Oldenburg) ein bedeutendes Dokument
höchster Webkunst der Eisenzeit präsentiert, weiter den ärmellosen Mantel, der insbesondere Würde und Stellung
kennzeichnen soll, den Königsmantel, unter welchem Namen er
in die Geschichte eingegangen ist.
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