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Am 1.1.1950
konnte der Direktor des Landesmuseums und Landesarchäologe
von Niedersachsen, Prof. Dr. K. H. Jacob-Friesen, auf eine
40jährige Berufstätigkeit zurückblicken. Am 1.1.1910 war er
als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Museum für
Völkerkunde zu Leipzig eingetreten, dessen urgeschichtliche
Abteilung er schon als Gymnasiast bearbeitet und als Student
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte. Die hinter dem
Jubilar liegenden vier Jahrzehnte sind erfüllt mit einem
reichen Segen bahnbrechender Museumsarbeit und
Forschertätigkeit. Am 1.1.1913 kam Jacob-Friesen nach
Hannover, seitdem richtete sich seine wissenschaftliche
Arbeit, die immer von einer glänzenden Organisationsgabe
begleitet wurde, im wesentlichen unserm niedersächsischen
Gebiete zu. Die Urgeschichtsforschung, die durch den
früheren hannoverschen Prähistoriker Hans Hahne zur ersten
Geltung gekommen war, erhielt durch Jacob-Friesen einen
entscheidenden Auftrieb. Er verstand es, im ganze Lande neue
Freunde und Mitarbeiter der Urgeschichtsforschung zu
gewinnen, und um alle Interessenten in der gemeinsamen
Arbeit zu vereinen, schuf er 1933 als verbindendes Organ die
"KUNDE", die bis 1943 in 11 Jahrgängen erschien, dann den
Wirren des Krieges und der Nachkriegszeit zum Opfer fiel,
aber 1950 in Neuer Folge wieder auflebte.
Die vielen
Glückwünsche von Fachgenossen und Freunden wurden dem
Jubilar in einer umfangreichen in Pergament gebundenen Mappe
überreicht. Aus ihnen seien hier einige Zeilen von Prof. Dr.
Sprockhoff, dem Ordinarius für Urgeschichte an der
Universität Kiel, wiedergeben: "Sie haben in einem unserer
größten Länder als erster unsere Wissenschaft überhaupt erst
organisiert und die Urgeschichte in den Sattel gehoben.
Daneben haben Sie selbst unermüdlich wissenschaftlich
gearbeitet und uns beste grundlegende Werke nacheinander
geschenkt, sei es zur Methodik wie Ihre "Grundfragen der
Urgeschichtsforschung" oder der Lehre wie Ihre "Einführung
in Niedersachsens Urgeschichte" oder der wissenschaftlichen
Pionierarbeit wie Ihre soeben erschienene Veröffentlichung
über die "Altsteinzeitfunde aus dem Leinetal". Alles dies
geschah mit einer Beständigkeit und Beharrlichkeit, daß
Schwierigkeiten heute nicht mehr zählen und das Vollendete
Ihre Freude nur noch erhöhen kann. Wenn von jemand der
Einsatz fast seines ganzen wissenschaftlichen Lebens an
einem Ort gefordert wird, wie es das Los der Zeit für Sie
bestimmt hat, so besteht für manchen allzu leicht die
Gefahr, daß er seines Postens müde wird, aber von Ihnen
stammt das Wort "in alter Frische". Damit haben Sie den
Geist unserer Arbeit befeuert!"
Im Auftrage
von Freunden und Kollegen schuf der bekannte hannoversche
Bildhauer Prof. L. Vierthaler eine bronzene Porträtmedaille.
Sie zeit auf ihrer Schauseite den Kopf des Jubilars, auf der
Rückseite eine Urne vom Galgenberg bei Cuxhaven mit dem
Gabelkreuz, über das Jacob-Friesen für die Beltz-Festschrift
1939 arbeitete.
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