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Geschichte der Abteilung

Als im Jahre 1835 der Historische Verein für Niedersachsen gegründet wurde, gehörten zu den 35 Stiftern des Vereins Männer, die selbst Sammler urgeschichtlicher Altertümer waren. So erklärt es sich, dass die Beschäftigung mit den Fragen der Urgeschichte und das Sammeln archäologischer Funde von vornherein ein sehr wichtiges Aufgabengebiet des jungen Vereins wurde.

Der urgeschichtlichen Sammlung wurden nach der Gründung des Museums im Jahre 1852 und der Überführung der Vereinssammlung in die Obhut des Museums weiter bedeutende Privatsammlungen einverleibt. Durch deren Erwerb und durch eigene oder im Auftrag durchgeführte Sammel- und Ausgrabungstätigkeit in den folgenden Jahrzehnten erlangte das urgeschichtliche Material des Provinzialmuseums einen solchen Umfang und solche Bedeutung, dass ihm einer der ersten Plätze unter den urgeschichtlichen Sammlungen im Deutschen Reich zukam.

Nachdem im Jahre 1902 der Neubau des Museums fertig gestellt war, in dem sich auch heute noch die Schausammlungen befinden, ging die Sammlung des Historischen Vereins in das Eigentum des Provinzialmuseums über. Es zeigte sich, dass die ständig wachsenden Aufgaben im Museum und in der mit dem Museum verbundenen Bodendenkmalpflege nur durch einen hauptamtlichen Bearbeiter bewältigt werden konnte. So wurde im Jahre 1907 als erster hauptamtlicher Prähistoriker am Provinzialmuseum Hans Hahne berufen. Sein Nachfolger war ab 1913 Karl Hermann Jacob-Friesen. Er setzte in den damaligen Zeiten Maßstäbe bei der Präsentation der Sammlung. Um die Gegenstände wissenschaftlich übersichtlich, gleichzeitig aber für den Besucher anschaulich auszustellen, wurden eine Studiensammlung für wissenschaftliche Zwecke und eine Schausammlung für die Besucher angelegt. Die Auffassung Jacob-Friesens, dass nicht der Text, sondern die Funde im Vordergrund zu stehen hätten, die er mit Abbildungen in einem Buch verglich, gilt auch heute noch.

Die in der Schausammlung gezeigten Objekte repräsentieren ebenso die archäologische Sammlung des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover, die durch Objekte aus den Ausgrabungen der archäologischen Denkmalpflege laufend vermehrt wird. Dabei umfasste der Sammelbereich der Urgeschichts-Abteilung ursprünglich das Königreich Hannover und seit 1866 die gebietsmäßig mit diesem identische preußische Provinz Hannover (Ostfriesland, Osnabrück, Hannover, Lüneburg, Stade). Bis 1974 gelangten daher bedeutende Funde aus diesen Gebieten in die Sammlung. Mit der Gebietsreform 1974, die eine Reduzierung auf nur noch vier Regierungsbezirke beinhaltete, wurde das Sammelgebiet jedoch eingeschränkt. Früher hannoversche Bereiche gehören nun in die Zuständigkeit der archäologischen Abteilungen des Braunschweigischen Landesmuseums und des Staatlichen Museums für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg. Das Niedersächsische Landesmuseum Hannover ist heute trotz seines Namens auf archäologischem Gebiet nur noch zuständig für die Regierungsbezirke Hannover und Lüneburg.

Der Rückbau der einzelnen Ausstellungsräume auf einen Zustand, der den Vorstellungen des Architekten Hubert Stier wieder nahe kommt, hat auch den Schauräumen der Urgeschichts-Abteilung Weite und Großzügigkeit verschafft. Heute erleben die Besuche in den großen und lichten Sälen rund 500 000 Jahre nordwestdeutscher Ur- und Frühgeschichte.

Die Schausammlung gliedert sich in sieben Ausstellungseinheiten, die einer zeitlichen Abfolge entsprechen.


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