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Home > Publikationen > Berichte > Rundgang > Jäger und Sammlerinnen

 

Jäger und Sammlerinnen (Alt- und Mittelsteinzeit)
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Der Rundgang beginnt mit der Entstehungsgeschichte des modernen Menschen. Anhand ausgewählter Fundplätze werden vor dem Hintergrund der Klimaentwicklung, welche die Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt und damit auch Wirtschafts- und Lebensweise der Menschen maßgeblich bestimmte, die Evolution des Menschen sowie die kulturellen und technischen Neuerungen anschaulich gemacht.
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Im Gegensatz zu Ost- und Südafrika, wo sich die menschliche Geschichte einige Millionen Jahre zurückverfolgen lässt, sind die ältesten Zeugnisse aus Niedersachen nur ca. 500 000 Jahre alt. Sie werden dem homo erectus zugewiesen, der in der Lage war, gut ausbalancierte Speere, also Fernwaffen, für die Jagd auf Großwild herzustellen.
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Der homo neandertalensis (250 000 - 35 000 Jahre vor heute) entwickelte sich in Eurasien. Auch er ist in Niedersachsen nachgewiesen. Sein Körperbau und seine manuellen Fähigkeiten unterscheiden ihn kaum vom heutigen Menschen. Er war in der Lage, Holzlanzen und Steinwerkzeuge anzufertigen, und lebte als Großwildjäger mit einem Schweifgebiet von ungefähr 50 km. Von ihm sind Gräber und Grundrisse von Behausungen bekannt. Der Neandertaler hatte sich gemäßigten und kaltzeitlichen Bedingungen anzupassen. In seine Zeit fällt die vorletzte Eiszeit, um 125 000 vor heute eine gemäßigt warme Klimaperiode und schließlich die letzte Eiszeit (115 000 - etwa 25 000 vor heute). Damit war er Vergletscherung und Abschmelzen, Absinken und Steigen des Meeresspiegels sowie weitreichenden Veränderungen in Flora und Fauna ausgesetzt.
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Faustkeilblatt, Fundort: Lichtenberg


Faustkeilblatt
(mittlere Altsteinzeit; vor ca. 55000 Jahren)
Fundort: Lichtenberg, Ldkr. Lüchow-Dannenberg

Die letzte Phase der Altsteinzeit ist durch das Auftreten des modernen Menschen geprägt (35 000 - 10 000 vor heute). Neuartige Jagdwaffen wurden entwickelt, wobei man zunehmend Geweih, Knochen und Elfenbein verarbeitete. Es kam zur Zähmung des Wolfes. Größere Gruppen verfügten nun über geräumigere Behausungen, bei Bestattungen wurde Schmuck beigegeben und rote Farbe kam in Gebrauch. Die Steinbearbeitung verfeinerte und standardisierte sich. Nun richtete man nicht mehr nur den Kern der Steine als Werkzeug zu, sondern auch die von ihm abgeschlagenen Stücke. Felsbilder und Kleinkunst lassen religiöse Vorstellungen und ästhetisches Empfinden erkennen. In diese Zeit fiel jedoch auch das Kältemaximum der letzten Eiszeit (um 20 000 Jahre vor heute.
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Die Gletscher reichten bis in den Hamburger Raum, infolge des Absinkens des Meeresspiegels fiel die heutige Nordsee um etwa 100 Meter, das Klima war streng und kontinental trocken. Möglicherweise lag die mittlere Jahrestemperatur bei -10 °C, so dass die Landschaft zu einer fast wasser- und vegetationsfreien Kältewüste wurde. In Mittel- und Nordeuropa fehlen bisher Spuren des Menschen aus dieser Zeit. Vielleicht war diese Landschaft für die Menschen tatsächlich unbewohnbar.