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Home > Publikationen > Berichte > Rundgang > Jäger und Sammlerinnen

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Am Ende der Eiszeit (16 000 - 12 000 vor heute) begann sich das Klima wieder schnell zu erwärmen. Vor 13 000 Jahren bildete sich eine grasreiche Kräutersteppe mit verstreuten Birken heraus, auf der Herden von Rentieren, Pferden und Wisenten lebten. Auch der Mensch breitete sich wieder aus. Vor etwa 15 000 Jahren wanderten aus dem heutigen Frankreich Jägergruppen in Mitteleuropa ein. Die Spuren, die sie im Boden hinterließen, verbinden sie mit den Menschen des Magdalénien
(15 000 - 11 800 vor heute), die in Frankreich z.B. die Höhlenmalereien von Lascaux anfertigten.
Vor 13 000 Jahren stießen Jägergruppen bis in die norddeutsche Tiefebene vor. Nach einem wichtigen Fundort werden sie als Hamburger Kultur bezeichnet (13 000 - 11 800 vor heute). Das Ren lieferte ihnen außer Nahrung Felle für Kleidung und Zeltplanen, Sehnen zum Nähen, Geweih für die Herstellung von Waffen und Gerät wie Speerspitzen und Harpunen. Kennzeichnend für die Hamburger Kultur sind Feuersteinspitzen mit eingekerbtem Stiel, die möglicherweise als Pfeilspitzen verwendet wurden.
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Feuersteingeräte

Feuersteingeräte
(Hamburger Kultur, 13 000-11 800 vor heute)
Fundort: Deimern, Stadt Soltau, Ldkr. Soltau-Fallingbostel
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Auf die baumarme Phase folgte zum Ausklang der Eiszeit eine Waldzeit (12 000 - 11 000 vor heute). Gejagt wurde der charakteristische Bewohner, der Elch, vermutlich mit Bogen und Pfeilen mit Steinspitzen. Die Steinspitzen werden nach ihrer Form als Federmesser bezeichnet, die Menschen, die sie herstellten, als Federmesser-Zivilisation. Im Süden läutete diese Waldzeit den Beginn der heutigen Warmzeit ein. In Nordwesteuropa folgte jedoch nochmals ein Kälterückschlag (11 000 - 10 000 vor heute). Zum letzten Mal zogen Rentierherden und Rentierjäger durch die Tiefebene (Ahrensburger Kultur). Mit den Umweltveränderungen der Nacheiszeit ging ein starker kultureller Wandel einher. Die Wildbeuter-Kulturen dieser Zeit werden daher in einem eigenen Abschnitt, der Mittelsteinzeit
(10 000 - 5 000) vor heute), zusammgefasst. Die große Zahl mittelsteinzeitlicher Fundplätze spiegelt wohl eine Bevölkerungszunahme infolge der günstigen Lebensbedingungen wider.
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Die Lagerplätze befanden sich meist an Seen und Flüssen. Auch die höheren Lagen des Harzes und des Solling wurden aufgesucht. Man wohnte in geräumigen Hütten mit Rindenboden. Fischfang und Sammelwirtschaft (Haselnüsse, Früchte, Honig u.a.) gewannen an Bedeutung. Erstmals sind geknüpfte Netze belegt. Einbäume mit Paddel, die ältesten Wasserfahrzeuge, vergrößerten den Aktionsradius der Gruppen. Wichtig für die Waffentechnik sind sog. Mikrolithen, die als steinerne Schneiden und Spitzen in Pfeile eingesetzt wurden. Mit Pfeil und Bogen wurden sogar Auerochsen, die damals größten Jagdtiere, erlegt. Die Wildbeuter im Nordosten im Nordosten Niedersachsens benutzten zugeschlagene Steinbeile für die Holzbearbeitung.
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Tierfigur aus Bernstein (Pferd?)


Tierfigur aus Bernstein (Pferd?)

durch modernen Pflug zersplittert
(Federmesser-Kultur)
Fundort: Weitsche, Ldkr. Lüchow-Dannenberg

Das "Bernsteinpferdchen von Weitsche" ist das älteste Kunstwerk Niedersachsen. Es ist durch den Pflug sehr zerstört worden; der Kopf fehlt noch. Die handtellergroße Figur ist der Federmesser-Gruppe zuzuweisen.