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Home > Publikationen > Berichte > Rundgang > Jäger und Sammlerinnen

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Dem Braunkohletagebau von Schöningen verdanken wir die ältesten Spuren des Menschen in Niedersachsen. Unter bis zu 15 m starken eiszeitlichen Deckschichten konnten mehrere Fundplätze aus der frühen Altsteinzeit freigelegt werden. Es fanden sich mehr als 30 000 Knochen von Jagdbeute, meist vom Pferd. Sensationell ist jedoch der Fund von sieben gut erhaltenen Speeren aus Fichtenholz. Ihr Schwerpunkt im Vorderteil des Schaftes zeigt, dass sie zum Werfen, also als Fernwaffe, und nicht wie eine Lanze zum Stoßen benutzt worden sind. Die ältesten Speere der Welt weisen nach, dass der Mensch schon zu dieser Zeit aktiver Jäger und kein Aasfresser war. Vor der endgültigen Konservierung der Holzgeräte wird der Abdruck eines Speeres im Sedimentblock und eine Nachschnitzung gezeigt.
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Die "Lanze von Lehringen" (Nachbildung, Original im Historischen Museum Verden) war bis zur Auffindung der Schöninger Speere die älteste vollständig erhaltene Jagdwaffe. Sie wurde 1948 in einer Mergelgrube bei Lehringen in der Nähe von Verden an der Aller zwischen den Rippen eines etwa 45-jährigen Waldelefanten gefunden, der vor etwa 125 000 Jahren im Uferbereich eines Sees starb. Die rings um das Tier gefundenen Feuersteinabschläge wurden zum Zerlegen der Jagdbeute benutzt.
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Blick in die Schausammlung "Jäger und Sammlerinnen"

.Blick in die Schausammlung
"Jäger und Sammlerinnen"

(Altsteinzeit): Nachgebautes Zelt der Rentierjäger der Hamburger Kultur;
13 000 - 11 800 vor heute

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Das Modell eines späteiszeitlichen Rentierjägerzeltes kann nur anschaulich machen, wie ein Zelt der Hamburger Kultur ausgesehen haben könnte(!). Im Boden gefunden hat man nur die Beschwersteine, die auf die Behausungen der Menschen hinweisen. Bei der Zeltrekonstruktion wurden sibirische Befunde aus der letzten Eiszeit berücksichtigt, die kegelförmige Stangenzelte belegen. Grundlage für andere Details - Nähte, Plane und Zeltstangen - sind völkerkundliche Beobachtungen an Kulturen, die bis heute auf dieselbe Weise leben.

Das "Felsdach IX am Bettenroder Berg" gehört zu über 20 Wohnplätzen mittelsteinzeitlicher Wildbeuter im Reinhäuser Wald südlich von Göttingen. Sie liegen geschützt unter Klippen aus Buntsandstein, die oft dachartig vorkragen. Die in der Schausammlung gezeigten originalen Erdprofile wurden während der Ausgrabung als Lackfilme konserviert. Der Buntsandstein verwitterte unter dem Einfluss von Temperaturschwankungen, Wind und chemische Prozessen. Durch abgewitterte Blöcke und Sand am Fuß des Felsens wuchs der Boden unter dem Felsdach Schicht um Schicht hoch. Der Tuff der Schicht 7 stammt aus einem Vulkanausbruch der Eifel vor etwa 11 000 Jahren.

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Die obersten zwei Meter des Profils dokumentieren die vergangenen 10 00 Jahre. In den Schichten 3 bis 5 sind fünf Horizonte mit Siedlungsresten mittelsteinzeitlicher Wildbeuter eingeschlossen. Darunter folgen Spuren altsteinzeitlicher Besiedlung. Mit Hilfe der Tier- und Pflanzenreste lässt sich schichtweise die Entwicklung der Umwelt rekonstruieren. Die mit Sandsteinstücken ausgekleidete Mulde gehört zu einem der unteren mittelsteinzeitlichen Fundhorizonte. Feuerstellen können als Wärmequelle, für Nahrungszubereitung, als Beleuchtung oder auch zum Schutz vor Tieren gedient haben.
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Unter dem Felsdach wurden zwei Gräber aus der Mittelsteinzeit gefunden. Die gezeigte Bestattung eines dreijährigen Kindes gehört zum jüngsten Aufenthalt der Wildbeuter. Das Skelett liegt in einer Eintiefung, die ältere Schichten schneidet. Beigaben fehlen.


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