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| Frühe
Bauernkulturen - die Jungsteinzeit |
| In der Jungsteinzeit kam es zu so radikalen Änderungen in der
Wirtschaftsweise, dass man von der "Neolithischen
Revolution" sprechen kann. Beschafften sich die Menschen in der
Alt- und Mittelsteinzeit ihre Nahrung in schweifender Lebensweise
als Jäger und Sammler - man spricht von aneignender
Nahrungsbeschaffung -, begannen sie in der Jungsteinzeit Ackerbau
und Viehzucht zu treiben. Sie gingen also zur produzierenden
Wirtschaftsweise über. Die Umwälzungen erfassten alle
Lebensbereiche des Menschen. |
| Der Mensch begann seine Umwelt aktiv zu verändern, indem er den
Wald für die Viehweide nutzte, und ihn zur Gewinnung von Platz für
seine Siedlungen und Äcker rodete. Die Viehhaltung setzt die
Zähmung und Züchtung von Haustieren voraus, durch den Ackerbau war
der Mensch an seine Äcker gebunden, begann Häuser zu bauen,
Siedlungen anzulegen und sesshaft zu werden. |
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Mit dem Erlernen der Töpferei war er in
der Lage, Gefäße zur Vorratshaltung und zum Kochen herzustellen.
Seither sind die Tongefäße eines der wichtigsten
Unterscheidungsmerkmale archäologischer Kulturen. |
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Darüber hinaus erfand man das Rad und
baute die ersten Wege. Auch in der Steinverarbeitung kam es zu
wichtigen Neuerungen. Da die Holzverarbeitung einer der
Hauptarbeitsbereiche gewesen sein musste, nimmt man an, dass die
meisten von ihnen zur Holzbearbeitung gedient haben. An
Getreidearten waren Weizen und Gerste bekannt, an Hülsenfrüchten
Erbsen und Bohnen, weiterhin Lein und Mohn. Als Haustiere sind Rind,
Schwein, Ziege und Schaf nachgewiesen. Die produzierende Lebensweise
wurde zuerst vor ca. 10 000 Jahren im Vorderen Orient und im
Nildelta angewendet. Über Griechenland und den Balkan breitete sie
sich nach Norden und Nordwesten aus, bis sie um 5 500 v. Chr. nach
Mitteleuropa gelangte. |
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Hacken aus Hirschgeweih
(Jungsteinzeit/Bronzezeit)
Fundort: aus der Leinemasch bei Döhren und Ricklingen, Stadt
Hannover
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Im
Frühneolithikum (5 500 - 4 300 v. Chr.) sind die ersten Bauern in
Niedersachsen nachgewiesen. Sie bevorzugten fruchtbare Lössböden,
so dass deren Verbreitung bis ins nördliche Harzvorland und ins
Leinetal die Ausbreitung der neuen Wirtschaftsweise markiert.
Nördlich dieser Grenze beschafften sich die Menschen noch ca. 1 000
Jahre länger ihre Nahrung auf die alte, aneignende Lebensweise. Die
ersten Bauernkulturen werden nach der charakteristischen
bandförmigen Verzierung auf ihren Tongefäßen Linienbandkeramiker
genannt. |
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In den kalkreichen Lössböden haben
sich Spuren von den vermoderten Pfosten ihrer Häuser, von Gruben
zur Entnahme von Lehm für den Putz der Wände, von Abfallgruben
sowie Menschen- und Tierknochen besonders gut erhalten. Die
niedersächsischen Hausgrundrisse, Tongefäße, Beilformen und
Bestattungssitten sind auffallend gleichartig auch in einem Gebiet
von Frankreich bis zur Ukraine zu finden. Die Menschen scheinen in
Einzelgehöften oder weilerartigen Siedlungen gelebt zu haben.

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