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Home > Publikationen > Berichte > Rundgang > Frühe Bauernkulturen

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Im Mittelneolithikum (4 300 - 2 900 v. Chr.) breiteten sich Ackerbau und Viehzucht immer mehr ins Flachland aus, das um 3 700 v. Chr. als neolithisiert gelten kann. Die erste Kultur des Flachlandes, die ihre Lebensgrundlagen in produzierender Weise erwirtschafteten, wird wegen des trichterförmigen Halses ihrer Tongefäße Trichterbecherkultur genannt (4 300 - 2 800 v. Chr.). Sie ist von Südschweden und Dänemark bis nach Mitteldeutschland, Böhmen und Mähren, von Polen bis in die Niederlande verbreitet. Einige weitere Kulturen reichen mit ihren Randgebieten bis nach Niedersachsen hinein.

Gefäße aus dem Frühneolithikum

Jungsteinzeitliche Geräte

Gefäße ("Kümpfe") und Steingeräte
("Schuhleistenkeile")

(Frühneolithikum; um 5000 v. Chr.)
verschiedene niedersächsische Fundorte

Jungsteinzeitliche Gefäße
(Kumpf der bandkeramischen Kultur, Becher der Trichterbecherkultur, Becher der Einzelgrabkultur)

verschiedene niedersächsische Fundorte

Die Siedlungen der Trichterbecherleute sind auf den eiszeitlichen Aufschüttungsböden des Flachlandes sehr viel schwerer zu finden als die Häuser der Bandkeramiker. Da Anzeichen für eine Bevorzugung der Viehwirtschaft und - damit verbunden - für eine größere Mobilität sprechen, könnte auch die jeweils kürzere Benutzung eines Siedlungsplatzes Ursache dafür sein. Die Trichterbecherleute sind die Erbauer jener Denkmäler, die heute noch in vielen Teilen Niedersachsens die Landschaft prägen: die Großsteingräber. Nach einer Phase der Einzelbestattung in einfachen Erdgräbern setzte sich um 3 300 v. Chr. vom Westen her die Vorstellung von Kollektivgräbern durch. Man bestattete die Toten einer Familie oder Sippe in Grabkammern aus Findlingen. Diese Großsteingräber waren ursprünglich mit Erde bedeckt, so dass sie einen runden Hügel oder ein längliches, durch Steinreihen gestütztes "Hünenbett" bildeten.
Das Spätneolithikum (2 900 v. Chr. bis zum Beginn der Bronzezeit) zeichnet sich wiederum durch Änderungen in der Bestattungssitte, im Stil der Tongefäße und in der Beigabesitte aus. Die Menschen bestatteten ihre Toten nun wieder in Einzelgräbern, die man mit einem Hügel bedeckte. In den Hauptverbreitungsgebieten der Großsteingräber benannte man diese Kultur nach diesem Merkmal als Einzelgrabkultur. Da sie aber auch die Tongefäße herstellten, die eine vor dem Brand in den Ton eingedrückte Schnurverzierung tragen, wird auch der Name Schnurkeramiker verwendet. Nach der üblichen Beigabe von charakteristischen Steinäxten in die Gräber werden sie auch als Steinaxtleute bezeichnet. Offensichtlich waren die Äxte für die Menschen eine Art Standessymbol. Gleichzeitig belegt ihre Form, dass ihre Hersteller wohl schon Kupferäxte kannten, denn sie scheinen ihre metallenen Gegenstücke im Detail zu imitieren.