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Handel und Wandel - die Bronzezeit
Im 3. Jahrtausend hatte man im Vorderen Orient entdeckt, dass die Mischung der Metalle Kupfer und Zinn einen besseren Werkstoff ergibt als reines Kupfer, und man fand auch heraus, dass die beste Legierung aus neun Teilen Kupfer und einem Teil Zinn bestand. Um 2 000 v. Chr. war die neue Technologie bis nach Mitteleuropa vorgedrungen. In den Norden gelangte sie etwas später. Die Bronzezeit umfasst in Europa den Zeitraum zwischen ca. 2 000 und 700 v. Chr. Funde aus Großsteingräbern zeigen, dass Schmuck und einfaches Gerät aus Kupfer bereits den jungsteinzeitlichen Trichterbecherleuten bekannt war. Die Form vieler jungsteinzeitlicher Steinäxte setzt ebenfalls die Kenntnis metallener Gegenstände voraus.
Ackerbau und Viehzucht blieben die Lebensgrundlage der Menschen. Die Verwendung des Pfluges ist durch Originale und Pflugspuren nachgewiesen. Im Hausbau weist die aufkommende Dreischiffigkeit darauf hin, dass das Vieh im Winter in Boxen aufgestallt wurde. Auf einem Feld wurde eine Mischung aus Emmer, Spelz- und Nacktgerste, Hafer, Saatweizen und Rispenhirse angebaut. Auch die Erbse, Linse und Pferdebohne waren bekannt. Das Rind diente als Zugtier, Fleisch- und Milchlieferant. Weiterhin sind Schwein, Schaf bzw. Ziege, das Pferd als Zug- und Reittier sowie der Hund belegt.
Zum Hauswerk gehörte die Käseherstellung, das Spinnen, Weben, Töpfern und die Verarbeitung von Leder, Horn, Knochen, Holz und Feuerstein. Die Menschen lebten in lockeren Streusiedlungen. Nur in den Kulturen, die bis in das südliche und östliche Niedersachsen hinein reichten, hauptsächlich aber außerhalb Niedersachsens heimisch waren, ist eine andere Siedlungsform belegt: die Befestigung.
In der Bronzezeit wurden Einzelbestattungen angelegt. Zu Beginn herrschte die Bestattung des unverbrannten Toten in einem Eichensarg unter einem Hügel vor. Erst mit Beginn der jüngeren Bronzezeit setzte sich die Bestattung des verbrannten Toten durch. In diese Gräber gelangten nur noch wenige Beigaben. Diese Veränderungen gingen jedoch nicht plötzlich vonstatten. Vielmehr sind viele Zwischenformen festzustellen.

Bronzetasse

Bronzetasse
wahrscheinlich Import aus dem mykenischen Bereich
(16. bis. 1. Hälfte 15. Jh. v. Chr.)
Fundort: Dohnsen, Stadt Bergen, Ldkr. Celle
(Durchmesser 12,5 cm)
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Die Einführung der Bronze hatte Folgen, die in erster Linie die Gesellschaft und die Religion zu betreffen scheinen. Sie sind vor allem darauf zurückzuführen, dass Bronze anders als Stein nicht überall zur Verfügung stand. Besonders im süddeutschen und böhmischen Raum entstanden bedeutende Zentren der Bronzeverarbeitung, die weit nach Norden ausstrahlten. Hier gab es nicht genügend Erzlagerstätten zur Deckung des Bedarfs. Das Metall musste als Rohmaterial oder als Fertigware eingeführt werden. Es bildete sich ein Fernhandel heraus, der vermutlich über Zwischenhändler ablief, aber gegenüber früheren Zeiten wesentlich strukturierter gewesen sein muss. Die Menschen, die sich dauerhaft Zugang zum neuen Material sicherten, konnten ihre gesellschaftliche Stellung ausbauen.