.

 

 

Home
Landesmuseum
Arbeitskreis Steinzeit
Publikationen
Landesverein
Freundeskreis
Termin-Kurzübersicht
Links
Sitemap
.
Home > Publikationen > Berichte > Rundgang > Die Germanen in Niedersachsen

 

Die Germanen in Niedersachsen - Eisenzeit
Die Eisenzeit ist durch einen wesentlichen historischen Einschnitt gekennzeichnet, der auch namensgebend für die zwei archäologischen Abschnitte vor und nach ihm ist: Die Eroberung Galliens in den Jahren 59 bis 51 v. Chr. durch Gaius Julius Cäsar und das damit verbundene Vorschieben der römischen Reichsgrenze bis an den Rhein. Dadurch wurden Römer und Germanen Nachbarn. Die archäologischen Abschnitte, deren Anfang und Ende nicht völlig mit den historischen Daten übereinstimmen, werden demnach auch als vorrömische Eisenzeit (600 v. Chr. bis um Christ Geburt) und als Römische Kaiserzeit (um Christi Geburt bis ca. 375 n. Chr.) bezeichnet. Durch das zunehmende Interesse der Römer an weit von Rom entfernten Gebieten stehen schon im Laufe der vorrömischen Kaiserzeit erste Schriftquellen zur Verfügung, die es erlauben, den Menschen hinter den Funden und Befunden dieser Zeit einen Namen zu geben. Der Name - die Germanen - wurde um Christ Geburt von Griechen und Römern vermerkt, um sie von Kelten und Skythen zu unterscheiden. Später wurde er dann von einem links des Rheines siedelnden Stamm auf alle Stämme östlich des Rheines übertragen. Die Germanen selbst haben diesen Sammelbegriff niemals verwendet. Sie haben sich zwar als verwandt, aber nicht als Einheit empfunden.
Wie schon in der Bronzezeit ist der Beginn der Eisenzeit durch die Einführung eines neuen Metalls und der damit verbundenen Technik gekennzeichnet. Bronze wird auch weiterhin verwendet, allerdings mehr für Schmuck als für Gerätschaften. Mit der Einführung des Eisens wurden die Menschen wieder unabhängig von der Einfuhr von Kupfer und Zinn.

Gefäße provinzial-römischer Produktion

Gefäße provinzial-römischer Produktion
verschiedene niedersächsische Fundorte

Ausgangsmaterial war das Raseneisenerz, das in Niedersachsen besonders im Flachland an der Oberfläche austritt, somit auch für jedermann zugänglich war. Da sich in vielen Siedlungen Eisenschlacke fand, kann man davon ausgehen, dass anders als bei der Bronze in der Bronzezeit die Siedlungsgemeinschaften ihr Eisen selbst herstellten. Vorherrschende Bestattungssitte war die Bestattung des verbrannten Toten in Tongefäßen oder Behältnissen aus organischem Material. Erst ab Christi Geburt entwickelte sich - vor allem bei der Oberschicht - die Bestattung des unverbrannten Toten, das Körpergrab. Auf der bäuerlichen Wirtschaftsweise mit Ackerbau und Viehzucht fußend, lebte die Bevölkerung in kleinen Dörfern oder in verstreut liegenden Gehöften. Die dreischiffigen Hallenhäuser besitzen Wohn- und Stallteil unter einem Dach. Seit dem 1. Jh. n. Chr. wurden an der südlichen Nordseeküste wegen des ständigen Anstiegs des Meeresspiegels Wohnhügel (Wurten) aus Marschenton und Mist aufgeschüttet und immer wieder erhöht. Wegen der guten Erhaltungsbedingungen für organische Materialien wie Holz, Knochen, Leder, Textilien, Samen und Früchte sind sie für die Forschung besonders wichtig. Kernstücke der Wirtschaftseinheiten sind in der Römischen Kaiserzeit die mit Zäunen umgebenen Wirtschaftsbetriebe mit dem Wohn-Stall-Haus, den auf Pfählen stehenden Speichern und weiteren Nebengebäuden.