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Nicht nur der Handel hat dazu geführt,
dass römische Gegenstände Germanien erreichten. Germanische
Söldner in römischen Diensten, germanische Kriegszüge gegen die
römischen Provinzen, römische Geschenke oder Tributzahlungen an
germanische Heerführer sind bei der Interpretation des römischen
"Importes" gleichermaßen zu berücksichtigen. Es ist zu
entscheiden, ob die Gegenstände gewandert sind oder der Mensch, dem
sie gehörten, ob nur die die Gegenstände weitergegeben wurden oder
auch Sitten, Gebräuche oder Glaubensvorstellungen. |
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Blick in die Schausammlung
"Eisenzeit":
Modelle und Rekonstruktionen von Rennfeueröfen
mit originalem Raseneisenstein |
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Vor allem seit der Zeit des Kaisers
Augustus gelangten römische Erzeugnisse nach Germanien - zuerst vor
allem aus dem Südosten, später auch aus dem Westen des Römischen
Reiches. Die Funde selbst, aber auch die Angaben römischer Autoren
lassen auf ein umfangreiches Warensortiment schließen. Die
wichtigsten Importwaren sind Münzen, bronzene Götterstatuetten,
Schmuck (Fibeln, Arm- und Fingerringe), Gefäße aus Metall (Bronze
und Messing, seltener Silber), aus Glas und aus Ton (Terra Sigillata,
Terra Nigra). Vor allem an den Gefäßen wird eine standardisierte
Fertigungsweise deutlich. Die römischen Tongefäße können sogar
als Massenware gelten. |
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Hauptsächlich in den Jahrhunderten um
Christi Geburt sind menschliche Überreste in die Moore gelangt. Sie
stammen zum großen Teil aus dem Gebiet, das römische Autoren als
germanisch überliefern. Für das Versinken der Menschen im Moor
lassen sich verschiedene mögliche Ursachen anführen. Liegen keine
Anzeichen für eine gewaltsame Tötung vor, ist auch ein Unglück
denkbar. Bei gewaltsamer Tötung ist im Einzelfall kaum zu
entscheiden, ob sie als Todesstrafe oder als Opferung eines Menschen
an über- bzw. unterirdische Mächte erfolgen. |
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Der "Hortfund von
Barsinghausen" (Ldkr. Hannover) aus der älteren Eisenzeit
markiert den Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit, da man
dieselben Geräte- und Schmuckformen aus Bronze und aus Eisen
hergestellt hat. Drei gegossenen Tüllenbeilen aus Bronze stehen
drei geschmiedete Tüllenbeile aus Eisen gegenüber. Der echte
Wendelring aus Bronze, dessen Verzierung tatsächlich durch
Verdrehen des Werkstücks in wechselnder Richtung entstand, findet
sein Pendant im falschen Wendelring, dessen Verzierung nicht durch
Verdrehen, sondern durch Eingravieren in den runden Stab entstand. |
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Die Rekonstruktion eines
"Eisenverhüttungsplatzes" macht die Eisengewinnung
deutlich. Als Rohprodukt liegt das Raseneisenerz aus den feuchten
Niederungen vor. Verhüttet wurde das Erz in ca. 1 m hohen
Schachtöfen, die abwechselnd mit zerkleinertem Erz und Holzkohle
bestückt waren. Zur Verhüttung benötigte man große Mengen
Holzkohle. Versuche zeigten, dass zur Gewinnung von 1 kg Eisen ca.
30 kg Holzkohle erforderlich waren. Der Schmelzpunkt des Eisens
liegt bei 1 539 °C. Da in diesen Anlagen nur ca. 1 200 °C erreicht
wurden, schmolz das Erz nicht, sondern "zerrann". Daher
tragen Schachtöfen dieser Art auch den Namen
"Rennfeueröfen". Nach der Verhüttung zerschlug man den
Ofenmantel, um aus der eisenreichen Schlacke die Eisenkügelchen
auszulesen. Nach dem erneuten Erhitzen in "Ausheizherden"
wurden diese so lange gehämmert, bis das schmiedbare Roheisen rein
genug zur Weiterverarbeitung war. Spuren dieser Ausheizherde und der
Rennfeueröfen lassen sich archäologisch gut nachweisen.

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