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| Die kaiserlichen "Kittel von Marx-Etzel und Reepsholt"
sind Beispiele für die guten Erhaltungsbedingungen organischer
Materialien im Moor. Der ärmellose Kittel von Marx-Etzel gehörte
mit einer Kniehose und einem Umhangmantel zur Bekleidung einer
männlichen Leich, die 1817 im Hilgenmoor zwei Meter unter dem Torf
entdeckt wurde. Er war mit einigen Holzpfählen bedeckt. Die Funde
lassen die Rekonstruktion der textilen Bestandteile einer
Männertracht zu. Aus konservatorischen Gründen kann nur noch der
Kittel ausgestellt werden. Den wollenen Kittel mit Ärmel aus
Reepsholt fand man 1933 beim Torfgraben zusammengefaltet im
Wittmunder Moor. |
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Der "Rote Franz" wurde im
November 1900 beim Torfstechen im Bourtanger Moor im Emsland
entdeckt. Er war unbekleidet. Seine Nacktheit und die Lage des
Körpers deuten auf die gewaltsame Versenkung eines Lebenden. Da
weitere Anhaltspunkte fehlen, ist aber auch die Bestattung eines
Toten möglich. Die Haare sind durch das Moorwasser rot gefärbt
worden. Ihr Erhaltungszustand erlaubt eine sichere Rekonstruktion
seiner Haartracht. Die Leiche wurde nach der Auffindung mumienartig
getrocknet. Die Zähne gingen wohl bei der Bergung verloren.
Radio-Karbon-Messungen einer Haarprobe ergaben, dass der "Rote
Franz" im 3. oder 4. Jh. n. Chr. gelebt hat. |
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Moorleiche "Roter Franz"
(um 300 n. Chr.)
Fundort: aus dem Bourtanger Moor bei Neu Versen,
Stadt Meppen, Ldkr. Emsland
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Das "Grab II von Marwedel"
gehört zu einer kleinen Gruppe von Körpergräbern, die in der
ersten Hälfte des 20. Jh. unsachgemäß und in Abständen geborgen
worden ist. Grab II weist ausgesprochen zahlreich römischen Import
sowie Schmuck und Reitzubehör aus Edelmetall auf. Neben römischen
Ess- und Trinkgeschirr wurde auch der Beschlag eines germanischen
Trinkhorns gefunden. Waffen fehlen unter den Beigaben. Damit reiht
sich dieses Grab aus der Mitte des 2. Jh. n. Chr. in die Gräber vom
Lübsow-Typ ein, die in ihrer Gesamtheit auf eine Differenzierung
der germanischen Gesellschaft vermutlich auch unter dem Eindruck
römischer Gegebenheiten schließen lassen. |
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Der "Hildesheimer
Silberschatz" liegt im Landesmuseum nur in einer Nachbildung
vor, da die Originale nach ihrer Auffindung 1868 nach Berlin kamen,
wo sie sich heute im Antikenmuseum befinden. Er umfasst 70 Stücke
mit einem Gesamtgewicht von 54 kg. Die meisten Gegenstände datieren
aus der Zeit des Augustus. Es handelt sich um ein zum Teil
vergoldetes, silbernes Tafelgeschirr, das schon längere Zeit in
Gebrauch gewesen sein muss, bevor es vergraben wurde. Trotz der
zeitlichen Nähe kann es sich nicht um den Schatz des Feldherrn
Varus gehandelt haben, da der Silberschatz von Hildesheim für einen
so hohen römischen Würdenträger nicht qualitätsvoll genug war.

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