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Home > Publikationen > Berichte > Rundgang > Die Germanen und das Geld

 

Die Germanen und das Geld
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Zum römischen Import gehören auch Münzen. Tacitus überliefert, dass die germanischen Stämme in Grenznähe die Edelmetalle Gold und Silber schätzten und die Geldwirtschaft kannten, während die weiter von der Grenze entfernt wohnenden Stämme die traditionelle Tauschwirtschaft bevorzugten. Es treffen also zwei Systeme aufeinander. Auch ist damit zu rechnen, dass die Germanen, die als Söldner in germanischen Diensten standen, ihren Sold nach der Rückkehr in ihre Heimat auch für die Bezahlung römischer Händler verwendeten. Ein Legionär verdiente im 1. Jh. n. Chr. 225 Denare bzw. 900 Sesterzen Jahressold. Ein Viertel davon wurde ihm für die Verpflegung abgezogen. Sowohl Germanen als auch Römer benutzten die Münzen also in erster Linie als Wertmesser und Tauschmittel, d.h. als Geld. Die Kaufkraft einer Münze war abhängig vom Metallwert, ihr Alter war unwichtig. Allerdings ist überliefert, dass die Germanen durchaus in der Lage waren, die guten alten Silbermünzen von den neuen immer schlechter werdenden zu unterscheiden. Neben ihrer Funktion als Geld dienten Münzen aber auch der Vermögenssicherung, als einschmelzbares Altmetall, durchlocht als Schmuck, als Grabbeigabe sowie als Opfer und Weihegabe.
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Goldener Münzschatz in Bronzebüchse

Goldener Münzschatz in Bronzebüchse mit
25 Solidi

(Schlussmünze: 367 n. Chr.)
Fundort: Ellerbeck, Ldkr. Osnabrück
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Vom 1. bis 4. Jh n. Chr. spielte Kleingeld nur eine untergeordnete Rolle. Silbermünzen, die Denare, wurden unabhängig vom Alter wegen ihres Metallwertes geschätzt und oft über Generationen hinweg verwendet und gehortet. Im 3. und 4. Jh. wurde der Doppeldenar immer schlechter. Daher prägte man schließlich neue Silbersorten (Argenteus) und Goldmünzen (Aureus). Sie fanden ihren Weg noch nach Norden, bevor im 5. Jh. der Geldumlauf im freien Germanien zusammenbrach. Im 5. und 6. Jh. deuteten die Germanen die Münzbilder für sich um und schufen die Goldbrakteaten, münzähnliche Schmuckstücke bzw. Amulette mit Darstellungen aus der germanischen Mythologie, die nicht als Geld verwendet wurden.