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Einer der Gründe für den Krieg, aber
auch wesentliches Mittel zur Verfestigung und Durchsetzung der
fränkischen Macht im Sachsenland war die Christianisierung. Mit der
Taufe wechselten die Sachsen nicht nur ihren Glauben, sondern sie
erkannten auch die fränkische Oberherrschaft an. Schon Ende des 7.
Jh. setzten die ersten Missionsversuche ein, die von
angelsächsischen Mönchen ausgingen. Diese erinnerten sich noch an
ihre Verwandtschaft mit den kontinentalen "Altsachsen" und
fühlten sich zu ihrer Bekehrung verpflichtet. Dauerhafter Erfolg
war ihnen jedoch nicht beschieden. Dieser blieb der
"Schwertmission" Karls des Großen, der gewaltsamen
Christianisierung, vorbehalten, die die z.T. einbezogenen
angelsächsischen Missionare fast schon abstieß. Karl der Große
zerstörte die sächsischen Heiligtümer und erbaute christliche
Kirchen, an denen fortan die Toten bestattet werden sollten. Durch
die organisierte Gründung von Bistümern und Bistumssitzen sowie
Klöstern erhielt die Missionierung ihr Gerüst. Die Bistumsstädte
wurden in verkehrsgünstiger Lage gegründet. Viele von ihnen sind
die Keimzellen heute noch existierender Städte, die sich aus ihnen
entwickelten. In den unruhigen Zeiten waren die Klöster durch ihre
straffe Organisation und geschlossene Hauswirtschaft ein Ort der
Beständigkeit, der es erlaubte, Bibliotheken anzulegen und zu
pflegen, Bildung zu vermitteln, Arme und Kranke zu versorgen. Durch
sie wurde die Schriftlichkeit ins Land gebracht. Erst im 10 Jh. ist
jedoch der erste sächsische Geschichtsschreiber nachzuweisen:
Widukind von Corvey. |
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An einer völligen Vernichtung
sächsischen Eigenlebens hatte Karl der Große kein Interesse. Er
berücksichtigte das sächsische Volksrecht und gliederte auch den
sächsischen Adel schnell in das fränkische Herrschaftssystem ein.
So ging der sächsische Widerstand auch mehr von den unteren
Schichten aus. Wichtige Aufgaben der Sachsen, wie die Sicherung der
Reichsgrenze gegen Wikinger und Slawen, führten zur Ausbildung des
sächsischen Stammesherzogtums. Nach dem Auseinanderbrechen des
Karolingerreiches im 9. Jh. entsteht unter Führung der Sachsen aus
den "deutsch" sprechenden Stammesherzogtümern das "Regnum
Teutonicum" (Reich der Deutschen). Als neues Element
entstehen Burgen und Städte mit Handwerk, Markt-, Münz- und
Zollrecht. |
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Heiligenfibel (links: Original
in heutigem Zustand; rechts: Rekonstruktion
(2. Hälfte 9. Jh. n. Chr.)
Fundort: Ochtmissen, Stadt Lüneburg
(Durchmesser 4,3 cm)
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Mit der Einführung der Schriftlichkeit
und des Münzwesens stehen zur Erforschung der Geschichte im heute
niedersächsischen Gebiet nicht mehr nur archäologische Quellen,
sondern auch Schrift- und Bildquellen zur Verfügung. Dennoch bleibt
die Erforschung einiger Lebensbereiche, die vor allem das
alltägliche Leben breiter Bevölkerungsschichten betreffen,
weiterhin der Archäologie vorbehalten.
Die Christianisierung der Menschen ging nur allmählich vonstatten.
Heidnische und christliche Gebräuche vermischen sich noch über
einen Zeitraum von mehr als 500 Jahren. Ost-West orientierte,
beigabenlose Gräber unverbrannter Toter, entsprechend den
Vorschriften der christlichen Kirche, setzten sich erst im Laufe des
9. Jh. als allgemeine Bestattungsform durch. Die Slawen bestatteten
noch im 12./13. Jh. mit Beigaben, noch im 11. und frühen 12. Jh.
verbrannten die Friesen ihre Toten. Die beiden ersten Holzkirchen
von Tostedt wurden noch durch das Bauopfer je eines Kindes
abgesichert. Zeugnis für geänderte Glaubensvorstellungen sind auch
Emailscheibenfibeln mit der Darstellung eines Heiligen. Aber selbst
diese gelangten als Bestandteil einer - im übrigen der
karolingischen Sitte gemäß - geänderten Tracht noch in die
Gräber.

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