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Home > Publikationen > Berichte > Rundgang > Sachsen, Friesen, Slawen

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Die bäuerlichen Siedlungen waren bis zur Jahrtausendwende Siedlungsinseln in waldreicher Umgebung. Ab dem 11. Jh. erfolgte ein Landesausbau bis in feuchte Gebiete und das Bergland. Wie in früheren Zeiten handelte es sich um Wirtschaftseinheiten aus einem Haupthaus und mehreren Nebengebäuden, die als Einzelgehöft vorkamen oder mit anderen kleine Dörfer bildeten. Für den Norden war das dreischiffige Wohn-Stall-Haus immer noch charakteristisch, im Süden Niedersachsens tauchte im Laufe des Mittelalters der Mehrseithof auf. Neben dem Ackerbau war weiterhin das Hauswerk für den Eigenbedarf zu betreiben. Die Einteilung des Alltags erfolgte durch Kirchenfeste und Fest im Rhythmus der Jahreszeiten. Eine Steigerung der gegenüber heute ausgesprochen geringen Erträge ist erst durch die Neuerungen im 12./13. Jh. festzustellen: die Verwendung des Wendepfluges, den Dreschflegel, die verbesserte Anschirrung von Ochsen und Pferden, die Dreifelderwirtschaft. Nicht zuletzt der dadurch erwirtschaftete Überschuss ermöglichte die Herausbildung der Städte und eines spezialisierteren Handwerks.
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Die Städte entstanden vor allem aus Bistumsstädten oder Burgen der Landesherren, die in verkehrsgünstiger Lage, z.T. an vorher schon existierenden Handelsplätzen gegründet worden waren. Das Münzrecht war für den König, geistliche und weltliche Fürsten eine wichtige Einnahmequelle. Die gängige Münze war der silberne Pfennig, der zweiseitig (Denare) oder einseitig (Brakteat) geprägt sein konnte. Das Marktrecht, das Abgaben und Zölle regelte, sicherte dem Stadtherrn ebenfalls Einnahmen. Handel, Gewerbe und Bevölkerung nutzten die Möglichkeiten eines zentralen Güteraustausches. Schließlich wuchsen Burg und Stadt zusammen. Die bürgerlichen Bewohner erkämpften sich Teilhabe an der Stadtverwaltung. Erst im 12. Jh. gab es in Nordwestdeutschland planmäßige Stadtgründungen. Seit dem 13. Jh. wurden im Auftrag der Städte Münzen geschlagen.
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Im 9. bis 11. Jh. sind nur Ringwälle, z.T. mit Vorburgen, kastellartige Anlagen, Abschnittsbefestigungen oder befestigte Siedlungen bekannt. Diese Anlagen dienten als Fluchtburgen, Residenz des Königs, Wohnsitz der Adligen, Gerichtsplatz oder als Stützpunkte bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Über das Land verteilte Könighöfe oder Pfalzen waren die Aufenthaltsorte des Königs, der zur Ausübung und Stützung seiner Herrschaft mit seinem Tross durch das Land zog. Befestigungen bei karolingischen Pfalzen waren selten, erst ab dem 10 Jh. erhielten die Pfalzen durch Befestigungen Burgencharakter. Während der Sachsenkriege wurden sächsische und an den Grenzen errichtete fränkische Burgen heftig umkämpft. Seit dem 9. Jh. führten die Einfälle der Wikinger und Ungarn zu einem verstärkten Burgenbau, seit dem 10. Jh. die Einfälle bzw. die Niederhaltung der Slawen. Erst ab dem 11. Jh. gewannen befestigte Plätze als Wohnsitz adliger Familien größere Bedeutung. Mit Erlaubnis des Königs befestigten auch kleinere Edelherren oder Dienstmannen ihre Wohnsitze.