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Während es sich
bei der Darstellung aus Prikas und Tangendorf um Phantasietiere
handelt, ist auf den Brakteaten von Ponsdorf das Tier sicher als
Hirsch zu deuten. Das Hirschmotiv hatte bestimmt eine
mythologische Bedeutung. Des beweisen die zahlreichen
Darstellungen dieses Tieres in der Volkskunst. Ein Beispiel
dieses Motivs mit den rückwärts sichernden Hirsch zeigt Tab. 16
b. Der Hirsch ist mit Golddraht aus Seidenstoff gestickt und
stammt aus den Wikingerfunden von Birka - Agnes Genjer, Zur
Kenntnis der Wikinger Tracht nach den Birkafunden. Tracht und
Schmuck im nordischem Raum. 1. Band: Tracht und Schmuck der
Germanen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. 1939. S. 57 ff. -
auf der Insel Björko im Mälarsee. Auch in der Volkskunst der
jüngsten Zeit treffen wir auf Hirschdarstellungen auf
Stickmustertüchern und bäuerlichen Handarbeiten - Siegfried
Lehmann, Niedersächsische Stickmustertücher. 1936. Abb. 39, 41
und 50 - an.
Diese Beispiele
mögen genügen, um zu zeigen, wie ein Motiv, wenn auch in
mannigfacher Abwandlung durch die Jahrhunderte hindurch
weiterleben kann. Die Scheibenfibel von Tangendorf ist im
Langobardengebiet gefunden worden. Sie ist an sich, wie aus den
Ausführungen hervorgeht, kein langobardisches Schmuckstück,
sondern sie ist ihrer Entstehung nach nordgermanisch,
beeinflusst durch Vorbilder aus Südrussland. Sie zeigt die
Verbindungen auf, die in der Völkerwanderungszeit einerseits
zwischen Dänemark und dem Niederelbegebiet bestanden haben,
andererseits weisen die Beziehungen von Nordgermanien bis nach
Südosteuropa. In dieser Gruppe von Funden, die sich durch die
Einwirkung der verschiedenen Kulturströme zu besonderer Eigenart
entwickelt haben, kommt der Fibel von Tangendorf eine besondere
Bedeutung zu, und sie ist gleichzeitig ein besonders schöner
Vertreter der Silberpreßblechfibeln, wenngleich sie auch aus von
der großen Silberschmuckplatte aus dem Moorfund von Thorsberg an
Größe und Reichhaltigkeit der Verzierung übertroffen wird.
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