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Schletau Fundstelle Nr. 1, Gemeinde Lemgow, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Reg.Bez. Lüneburg

Stephan Veil / Klaus Breest  in  "Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 1998"
Auf dem bekannten Dünenfundplatz am Nordrand der Lucie-Niederung östlich Lüchow konnte 1987 ein hoher Schuhleistenkeil zusammen mit mesolithischen Funden am Boden einer mutmaßlichen Eintiefung geborgen werden (Breest 1988; 1997). Ziel der vom 14.-18.07.1997 mit Freiwilligen durchgeführten Sondage war, genauere Informationen zu dem archäologischen Befund und den möglichen natürlichen Einflußfaktoren seiner Entstehung zu gewinnen.

Die Verfärbung wird bodenkundlich als Folge einer Hohlform gedeutet, in der sich durch laterale Einfüllung von Bodenmaterial, stärkere Wasserführung der Füllung usw. vergleichsweise mächtigere Ae- und B-Horizonte (-60 cm) mit tieferreichendem B/C-Horizont als im Normalprofil ausgebildet haben (Dr. B. Heinemann, vormals NLfB Hannover. Es kann sich um eine artefizielle oder natürliche Eintiefung handeln.

Schuhleistenkeil, Fundort: Schletau

Schuhleistenkeil

Die vertikale Streuung ist homogen (Mikrolithen und Kerbreste treten in allen Tiefenlagen auf) und über 1 m mächtig (+22,00-20,90 m NN). Der projizierte Fundpunkt des Schuhleistenkeils liegt inmitten mesolithischer Artefakte. Die Streuung ist nach unten muldenartig und asymmetrisch begrenzt (steiler nach Norden) und etwa 6 m lang. Schwere Funde (Schuhleistenkeil, Herdsteinfragment) und Haselnußschalen liegen häufiger in ihrem unteren Drittel. 


Die horizontale Streuung der Steinartefakte ist unimodal. Der Schuhleistenkeil befindet sich peripher dazu. Die Verteilung der Mikrolithen und Kerbreste ist bimodal. Die Ausdünnung ist auch in der Profilaufnahme von 1987 erkennbar.

Zu den Funden gehören Holzkohlestückchen, verkohlte Haselnußschalen, ein größeres Herdsteinfragment sowie zahlreiche Feuersteinartefakte. Kerne machen etwa 1 % (mit und ohne Absplisse) aus, Werkzeuge 5 % der Artefakte. 28  % der Grundformen sind Klingen/Lamellen und über 60 % der Werkzeuge sind Mikrolithen. Einfache Spitzen dominieren mit 65 %, langschmale Dreiecke sind sehr selten (3 %), Vierecke fehlen.

Mikrolithen der Grabung 1997: 1-23 einfache Spitzen, 24 Rückenmesserchen (?), 25-28 Dreieckspitzen, 29 langschmales Dreieck, 30-33 ungleichschenklige Dreiecke, 34-54 Kerbreste.

Technologisch und typologisch liegt ein älteres Mesolithikum vor, das nach datierten Vergleichsfunden kaum jünger als 7000 calBC sein sollte. Der Schuhleistenkeil ist jedoch nach Grabfunden im Verbreitungsgebiet der Linienbandkeramik formenkundlich nicht älter als mittlere Linienbandkeramik. Mit 14C- und Thermolumineszenz-Datierungen soll die zeitliche Einordnung der Fundstreuung überprüft werden.
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Literatur:

Breest, K. 1988: Ein Schuhleistenkeil von einem mittelsteinzeitlichen Fundplatz in der Gemarkung Schletau, Ldkr. Lüchow-Dannenberg, Die Kunde N.F. 39, 1988, 53-62.

Breest, K. 1997: Studien zur Mittleren Steinzeit in der Elbe-Jeetzel-Niederung (Landkreis Lüchow-Dannenberg). In: G. Wegner (Hrsg.), Beiträge zur Steinzeit in Niedersachsen. Veröffentlichungen der urgeschichtlichen Sammlungen des Landesmuseums zu Hannover 47. Oldenburg 1997, 141-389.