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Bei der durch
Prof. Jacob-Friesen angeregten Aufnahme ur- und
frühgeschichtlicher Funde des Kreises Einbeck zeigte es sich
schon von Beginn der Arbeit an, daß manche Gewässer auf den
urgeschichtlichen Menschen erhöhte Anziehungskraft ausübten,
daß an vielen gewöhnlichen Quellen ur- und frühgeschichtlich
anmutende Überlieferungen hafteten und daß vor allem die
Umgebung der drei Solquellen des Kreises in Sülbeck,
Salzderhelden und am Salzberge bei Hollenstedt eine ganze
Reihe von Funden aufzuweisen hatte.
Im Dorfe
Sülbeck gelang es, die aufgeschlossene Bevölkerung für
Bodenfunde zu interessieren und besonders die älteren
Schüler durch verständnisvolle Mitarbeit der Lehrerschaft
anzuregen, auf Bodenfunde zu achten. Im Verein mit eigenen
Begehungen konnten die auf dem Gebiete der Karte im Jahre
1947/48 vorliegenden 5 Fundplätze innerhalb von 2 Jahren auf
28 gesteigert werden. Dem erfahrenen Denkmalspfleger ist
klar, daß die Wertigkeit der einzelnen Fundstellen von der
einfachen Feuersteinklinge bis zum umfangreichen
Siedlungsplatz der Bandkeramik schwankt, was aber zunächst
ohne Belang ist.
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Es gelang,
zwei eiszeitliche Fundstellen - die ersten des Kreises - und
vier mittelsteinzeitliche Fundplätze zu ermitteln. die
Jungsteinzeit lieferte siebzehn Stellen, fünf noch nicht
datierbare Funde erhöhen die Zahl auf 21. Der Armut des
Kreises Einbeck an bronze- und eisenzeitlichen Funden
entspricht das bisherige Fehlen dieser Zeit in unserem
Kartengebiet; eine größere Zahl volkskundlicher
Überlieferungen könnte aber in die Zeit der Cherusker und
Sachsen zurückführen, was z. Zt. noch untersucht wird. Vom
9. - 14. Jh. n. Chr. waren Solquellen bei Sülbeck bekannt
und wohl auch ausgenützt; im 17. Jh. begann der regelrechte
Salinenbetrieb.
Die große Zahl
der Fundstellen beweist meines Erachtens eine starke
Anziehungskraft der Solquellen; der Mensch der Ur- und
Frühzeit muß die Salzquellen gekannt und wahrscheinlich auch
ausgenutzt haben; im 17. Jh. n. Chr. entdeckte
Steinschüttungen in Quellen könnten auf alte Fassungen
hinweisen.
Es ist nichts
Neues, daß regelmäßige Begehungen eines bestimmten Gebietes
überraschende Erfolge in dekmalpflegerischer Beziehung
ergaben. Es sei an das klassische Beispiel von Mertschütz,
Kr. Liegnitz, erinnert, wo von Richthofen im Jahre 1924/25
eine derart dichte ur- und frühgeschichtliche Besiedelung
nachweisen konnte, daß auf dem Kartenbilde schließlich kaum
freie Flächen übrig blieben (Altschlesien Bd. 1, 1926, S. 57
ff.) Auch Niedersachsen bietet gute Beispiele, die den
Lesern der Kunde bekannt sind.
Der
ausführliche Versuch, die Dichte der Besiedlung bis zu den
mittelalterlichen Wüstungen dem Einfluß der Solquellen
zuzuschreiben, erfolgt im 19. Jahresbericht des Vereins für
Geschichte und Altertümer der Stadt Einbeck und Umgebung
1951. Hier sei nur in aller Kürze auf die Ergebnisse einer
denkmalpflegerischen Arbeit aufmerksam gemacht, damit Leser
und Mitarbeiter der Kunde, die dazu in der Lage sind, die
Umgebung anderer Mineralquellen - auch der nicht genützten
und wenig bekannten - stärker überwachen.
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