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DIE KUNDE - nostalgisch (?)

 

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Die Kunde Neue Folge 2, Heft 2 u. 3 - Jahrgang 1951

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Urgeschichtliche Untersuchungen im Gebiet der Solquelle von Sülbeck

von Dr. F. Geschwendt (Sülbeck)

Bei der durch Prof. Jacob-Friesen angeregten Aufnahme ur- und frühgeschichtlicher Funde des Kreises Einbeck zeigte es sich schon von Beginn der Arbeit an, daß manche Gewässer auf den urgeschichtlichen Menschen erhöhte Anziehungskraft ausübten, daß an vielen gewöhnlichen Quellen ur- und frühgeschichtlich anmutende Überlieferungen hafteten und daß vor allem die Umgebung der drei Solquellen des Kreises in Sülbeck, Salzderhelden und am Salzberge bei Hollenstedt eine ganze Reihe von Funden aufzuweisen hatte.

Im Dorfe Sülbeck gelang es, die aufgeschlossene Bevölkerung für Bodenfunde zu interessieren und besonders die älteren Schüler durch verständnisvolle Mitarbeit der Lehrerschaft anzuregen, auf Bodenfunde zu achten. Im Verein mit eigenen Begehungen konnten die auf dem Gebiete der Karte im Jahre 1947/48 vorliegenden 5 Fundplätze innerhalb von 2 Jahren auf 28 gesteigert werden. Dem erfahrenen Denkmalspfleger ist klar, daß die Wertigkeit der einzelnen Fundstellen von der einfachen Feuersteinklinge bis zum umfangreichen Siedlungsplatz der Bandkeramik schwankt, was aber zunächst ohne Belang ist.

Es gelang, zwei eiszeitliche Fundstellen - die ersten des Kreises - und vier mittelsteinzeitliche Fundplätze zu ermitteln. die Jungsteinzeit lieferte siebzehn Stellen, fünf noch nicht datierbare Funde erhöhen die Zahl auf 21. Der Armut des Kreises Einbeck an bronze- und eisenzeitlichen Funden entspricht das bisherige Fehlen dieser Zeit in unserem Kartengebiet; eine größere Zahl volkskundlicher Überlieferungen könnte aber in die Zeit der Cherusker und Sachsen zurückführen, was z. Zt. noch untersucht wird. Vom 9. - 14. Jh. n. Chr. waren Solquellen bei Sülbeck bekannt und wohl auch ausgenützt; im 17. Jh. begann der regelrechte Salinenbetrieb.

Die große Zahl der Fundstellen beweist meines Erachtens eine starke Anziehungskraft der Solquellen; der Mensch der Ur- und Frühzeit muß die Salzquellen gekannt und wahrscheinlich auch ausgenutzt haben; im 17. Jh. n. Chr. entdeckte Steinschüttungen in Quellen könnten auf alte Fassungen hinweisen.

Es ist nichts Neues, daß regelmäßige Begehungen eines bestimmten Gebietes überraschende Erfolge in dekmalpflegerischer Beziehung ergaben. Es sei an das klassische Beispiel von Mertschütz, Kr. Liegnitz, erinnert, wo von Richthofen im Jahre 1924/25 eine derart dichte ur- und frühgeschichtliche Besiedelung nachweisen konnte, daß auf dem Kartenbilde schließlich kaum freie Flächen übrig blieben (Altschlesien Bd. 1, 1926, S. 57 ff.) Auch Niedersachsen bietet gute Beispiele, die den Lesern der Kunde bekannt sind.

Der ausführliche Versuch, die Dichte der Besiedlung bis zu den mittelalterlichen Wüstungen dem Einfluß der Solquellen zuzuschreiben, erfolgt im 19. Jahresbericht des Vereins für Geschichte und Altertümer der Stadt Einbeck und Umgebung 1951. Hier sei nur in aller Kürze auf die Ergebnisse einer denkmalpflegerischen Arbeit aufmerksam gemacht, damit Leser und Mitarbeiter der Kunde, die dazu in der Lage sind, die Umgebung anderer Mineralquellen - auch der nicht genützten und wenig bekannten - stärker überwachen.