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Fenster zum Jenseits?
Die
Verwendung von Glas zur Herstellung von Wegwerfartikeln ist eine
Errungenschaft der Moderne.
Noch
im Mittelalter waren Gefäße aus Glas oder gläserne Fensterscheiben
für viele Menschen unerschwinglicher Luxus. In den ersten
Jahrhunderten nach Christi Geburt war in Niedersachsen sogar das
Verfahren zur Herstellung von Glas noch unbekannt.
Damals verfügte man nur in sehr wohlhabenden Haushalten über
gläserne Gefäße. Die wertvollen Becher kamen aus römischen oder
fränkischen Manufakturen.
Zerbrach eine solche Kostbarkeit, dann warf man die Scherben nicht
achtlos weg. Sie wurden eingeschmolzen und zu Glasperlen oder
Spielsteinen umgearbeitet. Und mancher trug ein Stück Glas als
Amulett: Scherben bringen Glück!
Eine
ganz besondere Variante des „Glas-Recyclings“ war das Einsetzen von
Glasscherben in ein Gefäß aus Ton. Einige dieser „Fenstergefäße“
haben Archäologen auf frühgeschichtlichen Friedhöfen entdeckt: man
hatte sie als Urnen benutzt und dort begraben. |
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Im Boden des
Tongefäßes (Urne aus Issendorf, Ldkr. Stade; 4./5. Jh) ist eine
runde Glasscheibe eingesetzt.

Kostbarer
Trinkbecher aus Glas, 5. Jh. n. Chr.
Buxtehude-Immenbeck,
Ldkr. Stade
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