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Home > Fachbereich Archäologie > Der besondere Fund > Februar 2006

 

Der besondere Fund im Februar 2006

Fenster zum Jenseits?

Die Verwendung von Glas zur Herstellung von Wegwerfartikeln ist eine Errungenschaft der Moderne.

Noch im Mittelalter waren Gefäße aus Glas oder gläserne Fensterscheiben für viele Menschen unerschwinglicher Luxus. In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt war in Niedersachsen sogar das Verfahren zur Herstellung von Glas noch unbekannt.

Damals verfügte man nur in sehr wohlhabenden Haushalten über gläserne Gefäße. Die wertvollen Becher kamen aus römischen oder fränkischen Manufakturen.

Zerbrach eine solche Kostbarkeit, dann warf man die Scherben nicht achtlos weg. Sie wurden eingeschmolzen und zu Glasperlen oder Spielsteinen umgearbeitet. Und mancher trug ein Stück Glas als Amulett: Scherben bringen Glück!

Eine ganz besondere Variante des „Glas-Recyclings“ war das Einsetzen von Glasscherben in ein Gefäß aus Ton. Einige dieser „Fenstergefäße“ haben Archäologen auf frühgeschichtlichen Friedhöfen entdeckt: man hatte sie als Urnen benutzt und dort begraben.

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Im Boden des Tongefäßes (Urne aus Issendorf, Ldkr. Stade; 4./5. Jh) ist eine runde Glasscheibe eingesetzt.


Kostbarer Trinkbecher aus Glas, 5. Jh. n. Chr.
Buxtehude-Immenbeck,
Ldkr. Stade