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Die Welt „en
miniature“
Auf dem
sächsischen Gräberfeld von Issendorf (Ldkr. Stade) wurden im 3.-6.
Jahrhundert Tausende von Urnengräbern angelegt. Einige Urnen
enthielten merkwürdige kleine Gerätschaften: winzige, aus Knochen
geschnitzte Kämme, Messer und Scheren im Miniaturformat oder
Pinzetten, kleiner als ein Ein-Cent-Stück. Man hat sie den
eingeäscherten Toten mit in die Urne gelegt. Sie kommen aber
keineswegs nur in Kindergräbern vor - ganz im Gegenteil, die meisten
Urnen mit Miniaturbeigaben enthalten den Leichenbrand eines
Erwachsenen.
Die kleinen
Geräte eignen sich nicht für ihren eigentlichen Verwendungszweck.
Man nimmt an, dass die Winzlinge als Symbole ihrer normalgroßen
Vorbilder angefertigt worden sind. Auch im provinzial- römischen
Rheinland wurden solche Miniaturgeräte gefunden. Vermutlich sprach
man ihnen magische Wirkung zu. Man trug sie entweder in einer Tasche
oder einem Beutel oder vielleicht auch als Schutzamulette um den
Hals.
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