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Auf des Messers
Schneide
Im 12.
Jahrhundert tauchen in Niedersachsen seltsame metallene Besatzstücke
auf. Sie zieren lederne Messerscheiden. Auf den ersten Blick glaubt
man den Kopf eines Fabelwesens zu erkennen, mit einem großen Auge
und einer langen Schnauze. Sieht man näher hin, dann erkennt man
aber, dass es sich um ein rückwärts blickendes Tier handelt: was
eben noch die Schnauze eines merkwürdigen Wesens war, wird nun zum
Körper. Der Bereich über dem vermeintlichen Auge entpuppt sich als
der umgewandte Kopf des Tieres. An manchen Stücken ist dies sehr gut
zu erkennen. An anderen Stücken fällt dies schwer – vermutlich haben
die Handwerker, die diese herstellten, die ursprüngliche Form und
Bedeutung des dargestellten Tieres nicht gekannt
In Mode waren
solche Messerscheidenbesätze zunächst in den Siedlungsgebieten der
Slawen östlich der Elbe. In Niedersachsen wurde dieser Zierrat dann
nachgeahmt. Sie kommen aber nur sehr selten vor. Bislang wurden sie
stets im Bereich zentraler Siedlungen und wichtiger Burgen gefunden.
Vermutlich war eine damit verzierte Messerscheide ein Luxusartikel,
den man sich „auf dem flachen Land“ nicht leisten konnte. Die
Messerscheidenbesätze könnten durchaus eine Art Rangabzeichen
dargestellt haben |