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Der besondere Fund im Dezember 2006

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Messerscheidenbesatz
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Auf des Messers Schneide

Im 12. Jahrhundert tauchen in Niedersachsen seltsame metallene Besatzstücke auf. Sie zieren lederne Messerscheiden. Auf den ersten Blick glaubt man den Kopf eines Fabelwesens zu erkennen, mit einem großen Auge und einer langen Schnauze. Sieht man näher hin, dann erkennt man aber, dass es sich um ein rückwärts blickendes Tier handelt: was eben noch die Schnauze eines merkwürdigen Wesens war, wird nun zum Körper. Der Bereich über dem vermeintlichen Auge entpuppt sich als der umgewandte Kopf des Tieres. An manchen Stücken ist dies sehr gut zu erkennen. An anderen Stücken fällt dies schwer – vermutlich haben die Handwerker, die diese herstellten, die ursprüngliche Form und Bedeutung des dargestellten Tieres nicht gekannt

In Mode waren solche Messerscheidenbesätze zunächst in den Siedlungsgebieten der Slawen östlich der Elbe. In Niedersachsen wurde dieser Zierrat dann nachgeahmt. Sie kommen aber nur sehr selten vor. Bislang wurden sie stets im Bereich zentraler Siedlungen und wichtiger Burgen gefunden. Vermutlich war eine damit verzierte Messerscheide ein Luxusartikel, den man sich „auf dem flachen Land“ nicht leisten konnte. Die Messerscheidenbesätze könnten durchaus eine Art Rangabzeichen dargestellt haben