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Übers Meer gekommen
Das Städtchen
Elsfleth im Landkreis Wesermarsch war im 19. Jahrhundert eng mit der
Seefahrt verbunden. Bis zu 22 Reedereien haben hier u.a.
Segelschiffe für die internationale Handelsschifffahrt gebaut. Die
Lage des Ortes im Mündungsgebiet der Hunte in die Weser war ein
hierfür idealer Standort. Heute wissen wir, dass das Gebiet schon
vor sehr langer Zeit Seefahrer und Händler angezogen haben dürfte:
Archäologen vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege
entdeckten unweit von Elsfleth eine Siedlung, die im 1. bis 6. und
zwischen dem 9. und 12./13. Jahrhundert existierte. Unter dem
Fundgut, das sie dort bislang bergen konnten, sind ungewöhnlich
viele Importwaren aus verschiedenen Teilen Europas nachweisbar. Sie
dürften die Siedlung per Schiff über Nordsee und Weser erreicht
haben. Von dort fanden sie wohl auch ihren Weg ins Landesinnere
Zu den Funden
gehört ein ganz besonderes Stück: der Dorn einer Gürtelschnalle aus
dem 6. Jahrhundert. Das Stück ist aus Silber gefertigt und
vergoldet. Vergleichbare Schnallen waren zwar recht weit verbreitet,
aber aus Niedersachsen kennen wir bislang erst einige wenige
Exemplare. Der Schnallendorn von Elsfleth ist mit einer kleinen,
exquisiten Maske verziert: ein bärtiges Männergesicht schaut den
Betrachter an, umrahmt von einer üppigen, langen Haartracht. Solche
Darstellungen von menschlichen Gesichtern auf Gegenständen aus dem
frühen Mittelalter haben hierzulande großen Seltenheitswert.
Eine Veröffentlichung des noch unpublizierten Stückes
erfolgt in Bälde! |