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Home > Fachbereich Archäologie > Der besondere Fund > Juni 2007

 

Der besondere Fund im Juni 2007

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Orakelstäbchen

Wer zieht das große Los?

Schon bei den alten Griechen gab es das Losorakel. Man befragte das Orakel etwa, ob eine Schlacht beginnen sollte. Sogar Gottesurteile wurden so gefällt. Noch im Mittelalter pflegte man diesen Brauch.
Der römische Senator und Historiker Tacitus (gestorben 115 n. Chr.) berichtet, dass auch die Germanen das Orakeln kannten: sie schnitzten kleine Stäbchen aus zwei frisch geschnittenen Zweige und markierten diese mit unterschiedlichen Zeichen. Sie wurden auf ein Tuch geworfen, gezogen und gedeutet.
In Niedersachsen und auch in England finden sich in Gräbern des 4.bis 6. Jahrhunderts hin und wieder kleine Stäbchen aus Knochen. Oft sind sie auf dem Kopf oder am Schaft verziert. Sie kommen einzeln vor, aber auch paarweise. Die paarigen Stäbchen sind dann immer unterschiedlich markiert - Orakelstäbchen? Die hier gezeigten Exemplare stammen aus niedersächsischen Gräberfeldern.

Auch heute wird noch mit kleinen Stäbchen gelost - mit Streichhölzern!