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Wer schön sein will, muss leiden!
Schon in der frühen Bronzezeit benutzte man feine Pinzetten und
kleine Ohrlöffel aus Metall. Bei den Ägyptern und Römern gehörten
solche Instrumente zum ärztlichen Besteck. Sie dienten aber auch der
Körperpflege: Ein Mann von Welt, dem Haare aus der Nase wachsen – in
Rom undenkbar!
Pinzetten ersetzten auch das Rasiermesser: stumpf oder scharf, zum
Zupfen oder zum Abknipsen der Barthaare. Auch das männliche
Achselhaar wurden so zurechtgestutzt – eine sicher wenig angenehme
Prozedur. Die Sitte der Kelten, auch Männerbeine zu enthaaren, galt
in Rom allerdings als weibisch.
Gregor von Tours, ein Bischof und Geschichtsschreiber des 6. Jhs.,
berichtet, dass sich auch die Sachsen Bart und Haare stutzten.
Hier in Niedersachsen gab man 4. und 5. Jahrhundert den Toten
Toilettebestecke mit ins Grab: Pinzetten und Ohrlöffel. Ob es auch
im Jenseits auf ein gepflegtes Äußeres ankam? |