Mahlzeit!
Die Tischsitten des Mittelalter wären für uns
gewöhnungsbedürftig - man durfte schmatzen, laut rülpsen … und
mit den Händen in die Schüssel greifen! Ob sich da immer alle
vorher die Hände gewaschen haben?
In besseren Kreisen stand bei Tisch hierfür ein spezielles
Gefäß bereit, ein
sogenanntes Aquamanile. Der lateinische Begriff setzt sich
zusammen aus „aqua" = Wasser und "manus" = Hand. Es waren
Henkelgefäße mit einer Einfüll- und einer Ausgussöffnung. Ein
Diener konnte damit Wasser über die Hände der Esser gießen. Es
wurde in einer Schüssel aufgefangen.
Aquamanile waren zumeist aus Keramik und immer besonders
gestaltet. Den Gefäßkörper bilden häufig Menschen- oder
Tiergestalten oder Fabelwesen. Auch im kirchlichen Bereich
wurden Aquamanile verwendet, dort waren sie aber aus
Metall. Die beiden
hier gezeigten Stücke aus stammen aus vornehmen
niedersächsischen Haushalten des 14. und 15. Jahrhunderts.